Freitag, 15. August 2014

Auf der Jagd nach dem Goldenen Sack

Okay, eigentlich "nach dem Gelben Sack". Seitdem Anfang des neuen Jahres eine neue Entsorgerfirma den Zuschlag bekommen hat, sich um die Gelben Säcke kümmern zu dürfen, wurde es für uns beflissene Sackbefüller immer schwieriger eben jene Säcke zum Befüllen zu bekommen. 

Zuvor gab es die Gelben Säcke - kann  und darf man so etwas Zartes eigentlich Sack nennen? -  in vielen Supermärkten an der Kasse oder an der Info sowie an etlichen anderen Orten und eigentlich sollte das weitestgehend auch so bleiben, zumindest kündigte das die örtliche Tageszeitung in einer Liste mit Bezugsadressen so an, in der auch noch einige Supermärkte aufgeführt waren. Aber wie ich schon recht früh nach der Übernahme feststellen durfte, hatte diese Liste keinerlei Wahrheitsgehalt mehr.

Ich las dann irgendwann im Netz, dass, neben den städtischen Bürgerdiensten, das Kundenzentrum des hiesigen Energieversorgers wohl noch Anlaufstelle für Sackbedürftige sei. Also führte mich mein (Um)Weg vor Kurzem dorthin. Doch auch diese Information gehört inzwischen in das Land der Mythen und Legenden. Und ich blieb an diesem Tag mal wieder sacklos. Und was die Bürgerdienste angeht; es kam wohl nicht nur einmal vor, dass den Suchern des Goldenen, äh, Gelben Sackes quasi bereits vor den Toren per Anschlag auf jenen Toren mitgeteilt wurde, dass das Begehrte nicht zu haben sei und es leider in den Sternen stehe, wann die Sackdürre ein Ende haben würde. 

Wenn man dann Säcke hat und diese voll sind und diese morgens auf die Straße stellt, was glaube ich bis spätestens 7 Uhr erledigt sein muss, kann es passieren, dass man von seinen Säcken auch noch am späten Nachmittag wieder begrüßt wird. Manchmal beleben sie auch noch länger das Straßenbild.

Und wehe, man kommt auf die Idee, einen Sack in einer anderen Farbe zu verwenden, selbst, wenn dieser durchsichtig ist und damit nichts zu verbergen hat. Dann wird man in Form eines Aufklebers auf dem betrügerischen Sack zurechtgewiesen. So ein Aufkleber kostet vermutlich mehr als 5 Gelbe Säcke zusammen. Ganz zu schweigen von der Arbeitszeit, die für das Anbringen draufgeht. 

Wenn's nun schon immer so gewesen wäre, dann wäre es halt so. War's aber nicht. Bei der Firma, die zuvor für die Ent- und Versorgung zuständig war, gab es nie eine Knappheit, zumindest habe ich nie eine bemerkt. Und die Entsorgung war meistens auch im Laufe des Vormittages erledigt.

Tja, die Firma mit dem günstigsten Angebot hat halt den Zuschlag bekommen. Meine Schlussfolgerung: Das war dann also wohl entweder wirklich extrem günstig - was nix kost', is nix, wie meine Oma stets zu sagen pflegte oder der/die Inhaber der Firma verdienen durch Einsparungen an Personal und Säcken nun genug, um sich ihre Säcke vergolden zu lassen.

Es gibt da ein Sprichwort: "Es denkt jeder an seinen Sack." Wie wahr, wie wahr...

Kommentare:

  1. Tja, same here. Die Säcke an der Supermarktkasse mitzunehmen war einfach praktisch - jetzt gibt's die Dinger nur noch bei der Gemeinde, die (für einen normalen Arbeitnehmer) natürlich völlig hirnrissige Öffnungszeiten hat. Dann gibt's nur eine Rolle Säcke pro Anfrage / Person, so dass man am besten jedes Familienmitglied einzeln schickt. Nächstes Problem: die neuen Säcke sind so hauchdünn, dass man mindestens zwei oder drei nehmen muss, sonst reissen sie, selbst wenn nichts Schweres drin ist. Das führt natürlich dazu, dass man schneller wieder Nachschub besorgen muss. So, und wenn das alle so machen wundert es mich nicht, dass Sackknappheit herrscht... xD

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    1. Es soll ja Städte geben, die komplett wieder von diesem System weg sind. Das Thema Mülltrennung und dessen Sinn oder Sinnlosigkeit ist ja eh ein heiß diskutiertes.

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  2. Geiles Thema! Ich liebe so Alltagsgeschichten. Besonders, wenn sich unsere Systeme selbst boykottieren.

    In meinem dm um die Ecke bekomme ich leider schon seit Jahren keine gelben Säcke mehr (das waren noch Zeiten). Danach hatte ich mir die Säcke immer über einen Dorfdiener einer anderen Gemeinde besorgt (irgendwie lustig). Die Bürgerdienste waren für mich wegen den Öffnungszeiten nie eine Option.

    Mittlerweile hole ich die gelben Säcke beim Wertstoffhof auf der Friesenheimer Insel. Die Leute dort protestieren auch nicht, wenn man 10 Rollen mitnehmen möchte (damit ist dann das Thema auch eine Zeitlang erledigt).

    Hoffentlicht ist diese Quelle mittlerweile nicht versandet.

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    1. Ich bin für "Weg mit den Säcken!", aber wahrscheinlich verdienen da doch zu viele zu gut dran.

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  3. Überall das gleiche: Wir sparen und sparen, koste es, was es wolle. Was bin ich froh, daß wir hier keine Säcke mehr brauchen, sondern die Wertstofftonne haben. Klar, hin und wieder ist die auch überfüllt. Dann genügt es, einen beliebigen Sack daneben zu legen.

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    1. Hier steht schon der ganze Hinterhof mit Tonnen voll, Restmüll- und Altpapier, jeweils 3 Tonnen für ein 8-Parteien-Haus. Und es ist Wahnsinn, was hier für Mengen an Altpapier entsorgt werden.

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Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

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