Donnerstag, 25. Juli 2013

Es ist schon komisch...

Als ich mich vor knapp 10 Jahren von meinem damaligen Partner nach etwa drei Jahren Beziehung getrennt habe (was auch recht schmerzhaft war) und beschlossen habe, erstmal Single zu bleiben, bekam ich eigentlich nur Verständnis und Unterstützung. Diese Phase dauerte fast anderthalb Jahre.

Wenn ich jetzt sage, ich habe noch nicht wieder das Bedürfnis nach einem Partner und möchte keine neue Beziehung, dann bekomme ich ständig so Sachen, wie "das Leben muss doch weiter gehen", "du darfst dich nicht so verkriechen", "öffne dich wieder", ... zu hören und das ist nicht erst seit Kurzem so. Solche Sätze fielen bereits nach einem Vierteljahr.
 
Kann mir mal bitte jemand erklären, warum ich nach dem Tod eines Partners schneller wieder "auf der Suche" sein soll, als nach einer Trennung? Wieso werden da zwei so unterschiedliche Maßstäbe angelegt? Ich verstehe es nicht. 

Mal ganz abgesehen, dass mein Leben sehr wohl weiter geht,  auch ohne Partner. Leben definiert sich doch nicht nur durch die Liebesbeziehungen die man hat.

Kommentare:

  1. Ui, schwierige Frage...

    Vielleicht liegt es an der Hilflosigkeit der Menschen in deinem Umfeld. Eine Trennung hat so ziemlich jeder schon einmal durchgemacht, da weiß man, was man fühlt. Da weiß man, dass es seine Zeit braucht. Den Tod eines Partners kennen sicher nur die wenigsten und da fehlen die Erfahrungswerte, was wiederum zur Hilflosigkeit führt. Und dann begehen die meisten vielleicht einfach nur den Fehler, eine vermeintliche Aufmunterung loszulassen, anstatt einfach den Mund zu halten.

    Kenne ich von mir aus anderen Situationen... also als diejenige, die dann "plappert", statt die Gosch zu halten...

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    1. Möglich, dass das eine Erklärung wäre. Als Aufmunterung ist es aber glaube ich meist nicht gemeint. Die oben beschriebenen Reaktionen kamen bzw. kommen von Leuten, die ich an sich nicht kenne, es sind eher oberflächliche Gespräche.

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  2. Yep, Abalone koennte Recht haben.
    Aber, die Entscheidung(en) bezueglich Deines Lebens verbleiben letztendlich ohnehin bei Dir selbst - egal, welche Ratschlaege fuer welche Situation Dir von wem auch immer vorgesetzt werden.
    DU musst (solltest) sie schliesslich auch alleine aushalten, denn da ist naemlich meist niemand einem zur Seite.
    Nur meiner Meinung nach hat sich dieses 'fruehere fast romantische 7 Bruecken und 7 Jahre' Dingens GsD etwas
    eingekuerzt. Ist aber trotzdem fuer jedermann unterschiedlich.

    Nicht verzweifeln 'Maedel'*; schon gar nicht an den verwirrenden, unterschiedlichen Meinungen der Welt.

    LG, G.

    * nicht nur im Odenwald Zeichen der Wertschaetzung und 'mind. 1 cm naeher dem Herzen zu sein' :-) Das ist wohl auch der Grund, weswegen ich meinen eigentlichen Taufnamen so selten zu hoeren bekomme (auch wenn selbst hierzu die Geschmaecker bezueglich meiner eigenen Person seeehr unterschiedlich zu sein scheinen = GsD ;-) ! )

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    1. Das ist auch gar nicht das Problem, ich empfinde das nicht als Ratschlag, es kommt für mich sehr oft wirklich wie Unverständnis an, als sei es halt "nicht normal", nicht möglichst schnell wieder auf Partnersuche zu sein. Und nur zur Sicherheit, weder verletzt mich das, noch verärgert mich das, verwirren schon mal gar nicht, es fiel mir nur auf. Ein Gedanke, der halt aufkam, keine Sache, die mich stundenlang beschäftigt und mich um den Schlaf bringt. ;)

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  3. Hm, Abalones Vermutung kann schon richtig sein.

    Wenigstens eins hab ich hier im Urwald gelernt: mal öfters den Rand zu halten und von solchen Ratschlägen Abstand zu nehmen :-) - heißt aber nicht, dass ich dich und deinen Schatz vergessen hätte, wird nie der Fall sein, auch wenn ich jetzt hier im Urwald sitze und schwitze.

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    1. Wenn's wenigstens Ratschläge wären - siehe meine Antwort an G. ;)

      :*

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  4. Wenn die Angehörigen Deines verstorbenen Mannes Dich zu einer neuen Partnerschaft ermuntern , hat das ein anderes Gewicht. Das fände ich angenehm. Aber ausser Dir selbst hat eigentlich niemand was dazu zu meinen. Glücklich und zufrieden sein mit sich selbst finde ich sehr wichtig. Dafür würde ich niemals andere verantwortlich machen.
    Liebe Grüße,
    Pia

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    1. Mit den Angehörigen meines Mannes habe ich keinen Kontakt mehr. Die leben ihr eigenes Leben. Es gibt da letztendlich auch nur den Schwiegervater, also seinen Vater und der meldet sich nicht mehr. Ich habe versucht, den Kontakt zu halten, aber wenn man nicht mal zum Geburtstag oder zu Weihnachten einen Gruß oder einen Anruf bekommt, dann gibt man es irgendwann auf - ich zumindest.

      Ansonsten gebe ich dir absolut recht. :)

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    2. Das finde ich sehr traurig, dass sich der Vater von deinem Schatz nicht mehr bei dir meldet, schließlich wart ihr doch so lange zusammen, da hätte ich mehr von ihm erwartet.

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    3. Ja, es ist traurig, aber es ist wie es ist. Und ich kann mir auch vorstellen, dass das eine Form des Verdrängens ist. Er hat ja innerhalb von nicht ganz drei Jahren erst seine Frau und dann seinen Sohn verloren. Wenn er mich aus seinem Leben ausblendet, dann wird er auch nicht mit dem Verlust konfrontiert. Er hat jetzt sein neues Leben mit seiner Freundin. Keine Ahnung, ob es so ist, aber es wäre eine Erklärung. Die das letztendlich auch für mich ein bisschen akzeptabler macht.

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Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

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