Freitag, 24. Mai 2013

Heute vor einem Jahr...

...bist du gegangen.  Zeitpunkt des Todes: 00:53 Uhr steht auf deiner Sterbeurkunde. Um diese Zeit herum, etwas vorher, ich lag wach im Bett, das Telefon neben mir, falls das Krankenhaus anruft, hatte ich auf einmal das Gefühl, dass du dich zu mir ins Bett legst, dich an mich kuschelst. Ein letztes Mal warst du mir ganz nah. Als dann der Anruf kam, dass du im Sterben liegst und es nun jederzeit "soweit sein kann", hat mich das auf das auf der einen Seite nicht wirklich unvorbereitet getroffen, aber auf der anderen war es einfach nur unwirklich. Die Fahrt mit dem Taxi ins Krankenhaus war unwirklich, die Station, fast ganz dunkel und still, war unwirklich. 

Als ich ankam, sagte man mir, dass du vor wenigen Minuten verstorben bist. Die Maschinen, an denen du gehangen hast, waren schon abgeschaltet, die Schläuche und Kabel der Herzlungenmaschine waren aber noch nicht entfernt. Es störte mich nicht. Ich legte meine Hand auf deine Brust und küsste dich zum letzten Mal. Und dein Herz tat noch einen einzigen Schlag. Dein letzter Herzschlag für mich?

....

Ich könnte nicht sagen, dass der Schmerz weniger geworden ist - nur anders. Alltäglicher. Und wie es mit Alltäglichkeiten ist, man nimmt sie die meiste Zeit nicht wirklich wahr. Aber dann gibt es immer wieder Momente, da werden sie einem bewusst. Und dann bleibt die Welt kurz stehen. Und wenn aus den Momenten Phasen werden und die Welt sich trotzdem weiter dreht, dann ist es schwer, mit beiden Füßen Halt zu finden und nicht umzufallen. 

Manchmal kommt mir die Vergangenheit mit dir darin so unwirklich vor, als wäre das alles nur ein wunderbarer Traum gewesen, aus dem ich noch nicht ganz wach geworden bin. Aber genauso oft ist sie realer als das Jetzt und ich möchte nur eines - aus dem Albtraum aufwachen und in deine Arme.

Du fehlst mir.

Kommentare:

  1. Mitheul und knautsch und drueck und klammer !!!

    Teile davon kenne ich ja auch, aber mir blieb wenigstens das bittere Ende erspart.

    LG, G.

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  2. *schluck und Träne wegdrück*
    Ich glaub in Freude und Trauer sind sich alle Menschen ähnlich, nicht bis in jede kleine Faser, aber doch schon nah dran. Das mit dem Welt kurz stehen bleiben, dem neuen Halt finden und dem vermissen, hat jeder schon mal so oder so ähnlich durchgemacht.

    Fühl Dich auch von mir einmal in den Arm genommen,
    Liebe Grüße, Rotzlöffel

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  3. Manchmal fehlen die Worte...deshalb von mir einfach nur eine liebe Umarmung.

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  4. Alles Liebe und eine dicke Umarmung.

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  5. So schön geschrieben.
    Fühl Dich umärmelt.

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  6. Hi Kölschgirl,
    habe heute morgen schon an dich und deinen Schatz gedacht, ich weiß, dass das wieder ein schwerer Tag für dich wird. Ganz, ganz liebe Grüße und Drücker an dich von der Urwaldlady Sol

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  7. Early bedtime hug here - werde wohl nicht ganz 'in time' aus den eigenen Federn kommen, wenn ich mir die jetzige Uhrzeit so ansehe.

    LG, G.

    (mit Kinn-Hebefinger und noch einem neuen liebevollen Nasenstubser fuer Dich )

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  8. Ich denke an Dich. Du wirst auch heute durch den Tag gehen und nicht stehen bleiben, Du bist schon weit gekommen.
    Liebe Grüße,
    Pia

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  9. fühl' dich auch ganz dolle gedrückt von mir.

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  10. Kenn dieses Gefühl.
    Keep going and keep it high!
    Falls es Dich interessieren sollte....
    http://der-hans.blogspot.de/2013/05/ave-maria.html

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  11. Ausversehen ein Kommentar gelöscht, war keine böse Absicht:

    Yvi hat einen neuen Kommentar zu Ihrem Post "Heute vor einem Jahr..." hinterlassen:

    deine geschichte bewegt mich sehr.
    ich wünsche dir von herzen alles gute.
    lg yvi

    http://picturesandfood2013.blogspot.de/

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  12. Hallöchen,

    war ja lange nicht auf deinem Blog. (Meine Internet-Situation ist nach wie vor sehr angespannt.) Über FB habe ich das natürlich mitbekommen, aber ich konnte nichts schreiben. Fällt mir auch jetzt noch schwer.

    Die Trauer jemand Geliebtes zu verlieren, bleibt einfach. Ich denke in letzter Zeit häufiger an meinen Opa (weniger an meinen leiblichen Vater, den ich ja kaum gekannt habe...) - einerseits erinnere ich mich gerne an die schönen Zeiten, andererseits bin ich manchmal echt wieder sehr traurig, ihn nicht mehr treffen und sprechen zu können.
    Im Halbschlaf habe ich übrigens bis heute manchmal das Gefühl, dass mir jemand über die Stirn streicht oder meine Hand hält.

    Von daher fühle dich auch gedrückt von mir.

    LG.

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