Donnerstag, 11. April 2013

Was tun? (lang)

Ich habe hier im Haus einen Nachbarn, der an sich nett ist. Ein Mann in den 60ern, chronisch krank mit COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung), weswegen er immer Sauerstoff in der Nähe haben muss und nur kurzzeitig ohne unterwegs sein kann.

Er sieht sich wohl gern als eine Art väterlichen Freund und kümmert sich. Besonders wenn es sich um alleinstehende jüngere Frauen handelt. Um es direkt klar zu stellen, ich denke nicht, dass da irgendein sexuelles Interesse dahinter steckt.

Er hat sich schon um die Vormieterin gekümmert, was diese auch gern angenommen hat. Hat ihr handwerklich geholfen, sich um ihre Katze  gekümmert (sie bringt ihm jetzt noch die Katze vorbei, wenn sie in Urlaub fährt), ist mit ihr einkaufen gefahren etc. Das alles würde er nun offensichtlich gern bei mir ebenfalls tun. Nur bin ich ein Mensch, der zum einen deutlich "eigenbrötlerischer" ist und der, das geb ich zu, ungern solche Hilfe annimmt, weil ich mich dann verpflichtet fühle, etwas zurückzugeben. In seinem Fall ist das Gesellschaft, gemeinsam Kaffeetrinken, quatschen. Das ist mal okay, aber momentan sucht er mir diesen Kontakt zuviel. Dass ich momentan gerne für mich bin, und keine Gesellschaft suche, habe ich ihm schon mal gesagt. Kam wohl aber nicht so ganz an. Wobei ich sagen würde, dass er Hilfe nicht anbietet, weil er eine Gegenleistung erwartet.

In den letzten paar Tagen wurde es etwas extrem, er stand öfters vor der Tür. Zum Teil in Momenten, in denen ich einfach nicht aufmachen wollte, weil ich meine Ruhe haben wollte und deshalb nicht reagierte. Bei ihm ist es aber so, dass er es nicht bei einem Mal Klingeln und Klopfen lässt, sondern dass er das dann fünf, sechs, sieben mal tut. Himmel, wenn ich nach dem zweiten Mal nicht reagiere, wird es dafür doch wohl einen Grund geben? Überhören kann ich das in der kleinen Wohnung auch kaum. Dazu quatscht er mir dann auf meine Mailbox. Dummerweise hat er meine Handynummer.

Der Nachbar ist auch der Paketannehmer hier im Haus, da er halt so gut wie immer da ist und auch recht früh wach ist, liefern die Paketboten gern alles bei ihm ab.

Gestern hat er ein Zooplus-Paket für mich angenommen

und ich habe mich dann zu einem Kaffee breitschlagen lassen, auch mit der Hoffnung, dass ich dann vielleicht erstmal wieder ein Weilchen meine Ruhe habe. Die Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt. Schon ca. eine Stunde nach dem Kaffeetrinken stand er wieder vor meiner Tür, um mich zu fragen, ob ich ein Blutzuckermessgerät gerbrauchen kann (er weiß, dass ich Diabetikerin bin).

Heute am frühen Vormittag, ich war grad wach und pfiff nach Conina, die sich irgendwo versteckt hatte, um noch ein bisschen mit ihr zu kuscheln, wie wir es oft morgens tun, klingelte es schon wieder an der Wohnungstür - und klopfte - und klingelte - und klopfte - und klingelte - und klopfte.

Da ich eben noch im Bett lag, mit nix als ner Unterhose bekleidet, habe ich nicht reagiert.

Der stand sicher ein paar Minuten vor der Tür. Kann nur er gewesen sein, sonst ist niemand so ausdauernd. Ich glaube fast, der stand da schon vor dem Klingeln, denn als ich grad mit Conina schmuste, verschwand plötzlich erst Pasha unter dem Bett und dann verkroch sich auch Conina wieder in eine Ecke. Das machen sie sonst nur, wenn wer Fremdes an der Tür ist. DAS fand ich dann creepy! Kann natürlich auch sein, dass sie einfach gehört haben, wie er die Treppe runterkam und dass sie das Geräusch inzwischen damit verbinden, dass es kurz danach an meiner Tür klingelt. Und die Klingel mögen sie so gar nicht.

Grad eben klingelklopfte er dann wieder, diesmal machte ich auf.

Wir hatten es gestern beim Kaffeetrinken davon, dass ja meine Küche immer noch nicht aufgebaut ist. Weder Waschmaschine, noch Herd noch Spüle sind angeschlossen. Der Handwerker, den ich dafür beauftragen wollte, meldet sich nicht zurück. Hmpf. 

Mein Nachbar meinte, er hätte jemanden, der mir das machen kann, auch auf Rechnung, jedenfalls was Anschluss der Elektrogeräte, wie Waschmaschine und Herd angeht, denn falls da was schief geht, will ich versicherungstechnisch auf der sicheren Seite sein. 

Ich sagte gestern, er soll mal warten, bevor er fragt, ich würde erst nochmal versuchen, "meinen" Handwerker zu kriegen. Was macht er? Hat rumtelefoniert und schlug vor, dass sein Freund morgen oder Samstag zum Küchenaufbau kommt. ARGH! 

Und nun komme ich zum "Was tun?"
Ich überlege, das Angebot anzunehmen, nicht für morgen oder übermorgen aber für demnächst. Denn die Aktion würde mich 200 Euro kosten. Im Gegensatz zu geschätzen 350 Euro beim anderen. + Materialkosten für einen Unterschrank, Arbeitsplatte, Spüle und Armaturen. Eine Arbeitsplatte hätte mein Nachbar sogar noch im Keller, die eigentlich sogar ganz nett ist (er hat die gleiche in seiner Wohnung).

Hmm, soll ich? Und stehe dann quasi in seiner Schuld oder lieber nicht? Oder bin ich einfach egoistisch, nehme das an, aber blocke trotzdem, wenn er mir zu sehr auf die Pelle rückt. Eine funktionierende Küche, vor allem Waschmaschine, Herd und Co wäre echt viel wert. Besonders, wenn ich jetzt wieder arbeiten gehe und ziemlich sicher wieder öfter waschen muss. Oder lass ich das lieber. Wirklich loswerden werde ich den Nachbar eh nicht, so oder so. Es sei denn ich werde sehr deutlich, dass ich das nicht will. Aber so ist es ja auch gar nicht. Eine gute Hausgemeinschaft ist schon viel wert und wenn dazu gehört, dass man auch mal zusammen kaffeeklatscht, dann ist das auch okay. Nur mehrmals die Woche, das muss nicht sein und will ich auch nicht.

Schwierig...

Kommentare:

  1. Ich denke, dass du das Angebot ohne schlechtes Gewissen ruhig annehmen kannst. Sobald du arbeitest, kannst du ihm ja "ganz offiziell" aus dem Weg gehen, wenn du willst. Er wird wohl verstehen dass du, wenn du von der Arbeit kommst, Zeit zum Abschalten brauchst und das gerne allein tust - ohne täglichen Kaffeeklatsch oder ähnlichem.

    Ansonsten: Klingel abstellen oder einfach ignorieren. Man kann ja am Ende auch sagen "Oh, sorry, hab die Klingel nicht gehört, hatte einen Kopfhörer auf und laut Musik gehört." :)

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    1. Die Klingel kann ich leider nicht abstellen, außerdem klopft er dann halt. :D Ignorieren tue ich ja jetzt schon, wenn ich partout nicht mag. Nur wenn er mehrfach vor der Tür steht, dann nervt es halt.

      Muss halt mal sehen, ob ich nicht deutlicher werde, wenn er weiter so "kontaktfreudig" ist. ;)

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  2. "Dass ich momentan gerne für mich bin, und keine Gesellschaft suche, habe ich ihm schon mal gesagt. " erinnere ihn daran.

    "Wobei ich sagen würde, dass er Hilfe nicht anbietet, weil er eine Gegenleistung erwartet." natürlich leistest Du eine Gegenleistung! Deine Zeit und auf die hat er es abgesehen!

    "Der Nachbar ist auch der Paketannehmer hier im Haus, da er halt so gut wie immer da ist und auch recht früh wach ist, liefern die Paketboten gern alles bei ihm ab." bei DHL einen Wunschnachbarn angeben und ihn als "No-Go"!

    "Was tun?"

    Du hast es doch schon geschrieben was zu tun ist. Sag ihm einfach was Du als letztes geschrieben hast:
    "Eine gute Hausgemeinschaft ist schon viel wert und wenn dazu gehört, dass man auch mal zusammen kaffeeklatscht, dann ist das auch okay. Nur mehrmals die Woche, das muss nicht sein und will ich auch nicht."

    und dass dieses Sturmklingeln und Klopfen nicht geht! Dass Du hörst wenn er 1x Klingelt und wenn Du nicht aufmachst, dass Du dann einfach "beschäftigt" bist und nicht gestört werden möchtest.

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    1. Beim "Was tun" ging's mir auch mehr um das "große" Hilfsangebot in Sachen Küche, er will z.B. für die Arbeitsplatte und anderen Kram, wie Anschlussmaterial, was er noch im Keller hat, partout nix haben. Er hat auch angeboten, mit mir in den Baumarkt zu fahren, zwecks Herdunterschrank, den ich noch brauche. Das ist halt ne andere Hausnummer, als eben mal Gemüse (von der Tafel) mitbringen für das er nix haben wollze, was er z.B. heute getan hat.

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  3. Ganz ehrlich? Der Mann ist einsam und wenn er dir helfen kann, freut er sich. Da du ihm unmissverständlich zu verstehen gegeben hast, dass du an einem intensiven Kontakt nicht interessiert bist, muss er verstehen, dass du seine Hilfe auf SEINE dauernde Intervention zwar annimmst, aber trotzdem nicht in seiner Schuld stehst. Du hilfst ihm damit mindestens genauso wie er dir. Und wenn du ihm hinterher eine kleine Aufmerksamkeit schenkst als Dankeschön seid ihr quitt.
    Hilfe annehmen ist heute wohl echt schwerer als früher... ich weiß auch noch, wie schwer mir das gefallen ist, jemanden zu fragen, ob er mir hilft, wenn ich etwas nicht alleine geschafft habe. Schließlich sind wir ja emanzipiert, hm? Manchmal ist es aber trotzdem nötig und als guter Nachbar hilft man eben.. :-) Und endlich eine funktionierende Küche.. ist doch klasse!

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    1. Ach ja, Jess hat Recht - Sturmklingeln geht gar nicht, auch wenn er sich vielleicht Sorgen macht.. er muss die Grenzen auch klar akzeptieren lernen.

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    2. Danke Frau Vau. Ich seh das an sich ähnlich. Es ist letzendlich ja wirklich eine super Möglichkeit, hier endlich wieder eine "funktionierende Wohnung" zu haben.

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  4. Ich dachte auch erst: Klingel abstellen! Aber wenn er dann auch klopft....

    Ich denke auch, einfach klare Worte finden. Wenn Du nicht aufmachst, hat das seinen Grund. Aus die Maus - begründen musst Du das nicht.

    Ich liebe ja, sobald ich in meiner Höhle bin, ja auch meine Ruhe. Meine Nachbarin weiß inzwischen auch: wenn sie klingelt und ich mache nicht auf, bin ich nicht da. Wenn ich aufmache, lasse die Tür dabei aber halb zu, habe ich für ein Tür-und Angelgespräch Zeit, aber mehr auch nicht. Wenn ich die Tür ganz aufmache und zur Seite trete, darf sie die heiligen Hallen stürmen. Habe ich ihr damals am Anfang gleich so gesagt.

    Bei so einem älteren Herren ist es natürlich etwas schwieriger, die richtigen Worte zu finden. Ich könnte mir aber vorstellen, wenn Du mit nem leckeren Kuchen vor seiner Tür stehst, kannst Du ihm Dein Anliegen viel schmerzfreier schildern, als auf andere Art ;o)

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    1. Lach, Tür- und Angelgespräch - so mache ich das momentan auch. Wenn ich mal Lust auf mehr habe, dann nehm ich sein Kaffeeangebot eben an.

      Ich mach mir wahrscheinlich zu viele Gedanken, dass ich ihn mit klaren Ansagen vor den Kopf stoßen könnte. Auf er anderen Seite sagte er sogar mal selber, ich soll ihm sagen, wenn er nervt und sich zu sehr einmischt.

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    2. Beim nächsten mal halb nackt aufmachen und sagen, dass wenn Du nicht aufmachst Du beim masturbieren bist. Gnihihihihi

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    3. Grins. Nicht, dass ich dann doch noch irgendwelche Begehrlichkeiten wecke. ;)

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    4. Kinners... habt ihr schon mal den Begriff Kopfkino gehört?

      Muoargh.... menno....

      ;p

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  5. Ich würde das Angebot (Küchenaufbau) nicht annehmen und nicht viel Informationen preisgeben wenn ich, wie Du, ihm gegenüber dieses unangenehme Bauchgefühl hätte. (So ist das zumindest bei mir angekommen)
    Du kannst ja trotzdem, wenn es passt, hin und wieder ein paar Worte mit ihm wechseln.
    Das Sturmgeklingel und Geklopfe würde ich ihn bitten zu lassen und nur echten Notfällen zugestehen. Wenn Du nicht da bist macht er ja die Katzen närrisch, muss ja auch nicht sein.
    Wenn Du jetzt nicht konsequent reagierst nimmt das überhand und Du fühlst Dich bald nicht mehr wohl und sicher und gborgen in Deinen Vier Wänden. Und für mich ist das soo wichtig.
    Mit der Küche mach dem Handwerker Dampf, das ist ja wirklich kein Zustand. Muss ja nicht heute oder morgen sein, aber halt absehbar.

    Meine Meinung :-)

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    1. Danke Pia. Ein unangenehmes Bauchgefühl habe ich nicht wirklich. Mich nervt es einfach nur, dass er grad so oft den Kontakt sucht und ich möchte mich halt durch das Annehmen seines Hilfsangebot nicht verpflichtet fühlen (müssen). Aber da muss ich wohl vielleicht einfach nur meinen Kopf davon überzeugen, dass ich das nicht brauche. Klar sollte ich mich für seine Hilfe erkenntlich zeigen, aber das muss ja nicht Kaffee mehrmals die Woche sein.

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  6. Hmm, schwierig - grad aus meiner eigenen Sicht, wo ich ein 'ziemlich aehnlicher Fall' nur in weiblich sein kann.
    ABER: nimm sein Angebot an, ihm tatsaechlich zu sagen "... ist zuviel - nervt mich ein wenig; wo koennen wir uns einigen, lieber Nachbar?"
    Nachdem ich auch einst Apartement-Bewohner mit dort 'Haus-Schuh-besuchsfaehigen-Freunden' war, mussten wir 'das' auch voneinander lernen/akzeptieren mit den jeweiligen 'Gebrauchsanweisungen voneinander fuereinander'.
    Das Sturm-Klingeln geht mit 'Katzen-Schutz' vorschieben bei Dir noch relativ einfach. Bei mir war's einst der Draht an der Tuerklingel, welchen ich herausmontieren musste ;-) gegen noch 'Schlimmeres als mich' ;-)
    (und ich hab's auch allen Freunden und Bekannten vorneweg erklaert! 4 Nachbarn um mich 'rum waeren von dem Ding staendig mehr gequaelt worden - selbst wenn ich selbst verdammt gut im Ignorieren war)
    Ich war fuer eine grooosse Weile NUR tel. erreichbar. Dies dann auch z. Teil deswegen, dass ich am Tel. leichter "Nein" zu etwas sagen konnte, als wenn ich 'entsprechende Augen' vor mir hatte.
    Es kam schon auch oefter folgendes vor: Tuere fast einklopfen, dann Tel., dann wieder 'Tuere' mit dem Flucher von draussen "verdammt, ich weiss, dass Du daheim bist!" und ich dann hinter der Tuere lehnend zurueck hinaus rief "ich will aber just in dieser Minute ausgerechnet NICHT daheim sein und gestoert werden." (noch dazu, wo ich fast immmmer fuer jederman greifbar gewesen waere, da extremer 'home-body' und die Licht bei mir 'an' schon auf deren eigenem Heimweg sahen! )
    Ich hatte auch einen 'voll-bewohnbaren' Balkon = Wohnraum-Extension ;-). Von selbigem krabbelte ich aber oft im Schutze der Balkonbruestung als Sichtschutz zwischen Wohnraum und Balkon hin und her.
    Hatte ich naechtliches 'Star-Gazing', darfst Du glauben, dass ich die zufuehrende Strasse trotzdem derart unter visueller Kontrolle hatte, dass ich immmmer hinter der Balkonbruestung 'versank', wenn sich etwas dem Haus naeherte! (= er-kannte damit auch seeehr viele Leute aufgrund ihres Gangwerkes im Dunkeln ;-) )

    Selbst hier habe ich mir schnellstens 'diiie' Ecken herausgefunden, in welche ich mich uneinsehbar von jeglichem Fenster 'verstecken' kann = kenne Dein Haus .... und guuuut ist das manchmal .... und Lektuere ist dort vorsichtshalber auch plaziert ;-) - fuer den Fall, dass der Aufenthalt dort laenger dauern sollte ;-)

    'Handy vollquasseln' bzw. nicht auf seine Message reagieren: "sorry ist wohl verschuett' gegangen in Gewirr von etlichem Anderen zu Loeschendem ..."
    Total 'abblitzen' lassen - sollte nicht sein muessen! Ausserdem: es gibt nun mal Menschen, die brauchen das Gefuehl 'gebraucht' zu werden. Finde andere 'trade ins' fuer ihn, welche auch fuer Dich akzeptabel sind, denn Kaffee-Ratschereien ALEINE sind wirklich uuuunheimliche Zeitfresser; 'wir' haben dann immer versucht, diese mit noch sonstigen gemeinsamen 'Arbeiten' zu kombinieren; leider ist nicht alle 'Arbeit' leicht transportabel.

    Kopf hoch ... aber get your kitchen cracking, dear!

    LG, G.

    Es ist nicht leicht mit dem 'Miteinander' und/aber Kommunikation unsere einzige Moeglichkeit im Verhandeln.

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    1. Heißt das jetzt, ich soll sein Hilfgebot annehmen?

      Mich im eigenen Haus/der eigenen Wohnung zu verstecken ist aber auch ätzend, zumindest auf Dauer. Ich glaube, da hätte ich mir dann tatsächlich, wie meine Mutter mir riet, ein "Nicht stören"-Schild an die Tür gehängt und klar gestellt, dass das absolut für jeden gilt, ohne Ausnahme.

      Ich hatte sowas ab und an in meiner letzten Wohnung in Köln, wenn ich keinen Bock auf meinen Vermieter hatte, der ein Arsch war. Da hab ich mich dann auch schon mal auf den Boden gesetzt, dass man mich nicht sehen konnte. Aber das kann's irgendwie auch nicht sein.

      Ich muss was meinen Nachbarn angeht, halt eben wirklich deutlich Grenzen setzen, wenn er es "dezenter" nicht kapieren will.

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  7. Klar kann ich verstehen, dass der Mann einsam ist und Kontakt sucht, aber wenn er dann mehrmals die Woche unangemeldet auf der Matte steht und auch noch Sturm klingelt bzw. klopft, dann geht das zu weit.

    Daher wäre ich auch mit dem Hilfsangebot für die Küche vorsichtig und würde da eher einen Handwerker beauftragen, der bekommt sein Geld und man muss nicht das Gefühl haben, jemd. etwas schuldig zu sein.

    Just my 2 cents.

    LG
    Sol

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    1. Er würde mir ja nicht die Küche machen, sondern ein Handwerker, zu dem er mir die Verbindung herstellt. Der Handwerker wird von mir ganz normal bezahlt. Alles was der Nachbar mir noch anbietet, ist die Arbeitsplatte, die er noch im Keller hat und ggf. mal in den Baumarkt/ins Möbelhaus fahren wegen Spüle und Unterschrank. Am Küchenaufbau selber ist er nicht wirklich beteiligt, das kann er gesundheitlich auch gar nicht.

      Und ich würde halt auch einiges an Kohle sparen. Der Handwerker, den ich ursprünglich haben wollte, scheint grad soviele Aufträge zu haben, dass er zu ist. Ich hatte mal grob geschaut, andere wären nochmal teurer, als der ursprüngliche. Und auch wenn ich noch was auf der hohen Kante habe, 200 oder 400 oder sogar 500 und mehr Euro zu bezahlen macht halt schon nen Unterschied.

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  8. Wuerde sein Angebot tatsaechlich annehmen und trotzdem gemaechlich 'Punkt fuer Punkt' die anderen Sachen anschneidend laaangsam bereinigen mit ihm. Der Ton macht die Musik und Du brauchst deswegen noch laaange nicht so extrem zu sein/werden, wie ich das nun mal zickiger Weise sein kann. Dies kommt bei mir allerdings auch teilweise 'als Strafe', weil ich selbst mitunter zuuu viele Finger ueberall im Spiel habe (= probatum est, selbst? ;-) )
    Wenn dann auch nur ein Bruchteil dieser Leute ihren Arsch umgekehrt hebt und nett zu mir sein will .... hab' ich aber mitunter ordentlich 'Termin-Schwierigkeiten' schliesslich wissen diese meist nicht voneinander und sprechen sich dadurch auch nicht ab.
    Nur einmal gab's wirklich ernsthaft Zoof und das war mit einem Ex, welchem ich einfach 'abgewandert' bin zurueck in meine eigene Wohnung, welche ich nicht hergegeben habe. Da meinte dieser dann einmal - genau von der Tel.-Zelle auf der Strasse vor meiner Wohnung (= in 5 Minuten eindeutig schneller vor meiner Tuere als jede Polizei und auch alle helfenswilligen Freunde und stock betrunken !!! ), dass er jetzt zu mir herauf kaeme und die Tuere eintreten wuerde.
    Dazu kam er NICHT, weil ich in Blitzesschnelle den 'Kampfplatz' bewaffnet mit etlichen handlichen Messern auf den Treppen-Landesteg vor der Wohnung verlegte und ihm anbot, dass 'WENN, dies seine letzte Aktion in seinem Leben waere und er dann aber unter Garantie NIE wieder jemanden so schlimm behandeln KOENNTE, wie er das mit mir machte.' (= hatte ueblere Vorgeschichte!)
    Lustig war, dass ihn mein seelenruhiger Satz von "hmm, und dann noch freie Kost und Logie dafuer; ab und an einer meiner Freunde mir was zum Lesen und Handarbeiten vorbei bringen .... schoener kriege ich das bei eigenem Arbeitseinsatz gar kaum hin" derart erschreckte, weil wissend: diese einfachen Basis-Sachen genuegen wir verdammt lange fuer reichlich eigene Glueckseeligkeit!
    Kam dann noch der Hausmeister hinzu (spaeterer Trauzeuge fuer mich mit anderem Partner) - hielt erschrocken die Luft an und meinte trocken "hast Du irgendwelche speziellen Wuensche bezueglich Strickwolle und Lesematerial ins Gefaengnis geliefert zu bekommen, liebe G. ?"

    Wirst DU jetzt mit Deinem 'Ueber-Nettling' stattdessen fertig? ;-)

    Viel Glueck und Daumen drueck,
    G.
    Bring bitte diese daemliche Kueche in Ordnung - dort spielen sich verdammt viele Chancen zur zukuenftigen Geldeinsparung ab durch deren Einsatzfaehigkeit!




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    1. Ich lebe nicht von teurer Fertigkost oder Auswärtsessen. Man kann auch mit nur einer Mikrowelle mit Ofenfunktion und einer elektrischen Pfanne frisch, kreativ und günstig kochen (meine Ma fand meine Gemüsepfannen jedenfalls sehr lecker, als sie kürzlich da war). :) Wobei es auf nem ordentlichen Herd natürlich angenehmer ist und mehr Spaß macht. Gewaschen wird auch zuhaus, nur eben per Hand und mehr bei akutem Bedarf, als so "zwischendurch". Immerhin hab ich nen funtionierenen Trockner. :D

      @Ex: Heftig.

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    2. Duuhu, das war kein Zweifel, dass Kochen nicht auch im derzeitigen 'Starter-Kit' geht - kenn' ich!
      Aber bei mir war 'backen' fuer die umliegend wohnenden jungen Maenner schon immer eine unheimliche 'Bestechungs-Sache': da tun manche schon einiges fuer einen, was denn fuer sie selbst meist ohnehin nur ein Klacks ist und mit 'links' erledigt ist, waehrend man als Frau fuer dieselbe Sache aber ganz schoen sich selbst tot machen kann; unterschiedliche Kraefte-Kontingente eben!
      Die Waschmaschine, vor allem Schleudergang, wuerde mir mehr fehlen!
      Ausserdem erinnert mich Handwaesche immer so furchtbar an 'Dienstreisen mit GoeGa': frage nicht, in welchen Ecken dieser Welt ich schon Waesche fuer ihn gewaschen habe.
      Als ich mich irgendwann weigerte staendig mit zu kommen, geschah urploetzlich und erstaunlicherweise folgendes:
      a) die Waesche, welche er sich mitnahme 'reichte' urploetzlich und wurde auch nicht mehr nach 'Lieblings-Sachen' bzw. 'bitte vielleicht zwischendurch waschen, Liebling' sortiert/separiert
      b) tat er dies dann doch fuer 2 x dann mal selbst, kam er glatt heim und entschuldigte sich bei mir 'fuer frueher' ;-)

      Was den 'Ex:Heftig' betrifft: ja, leider falsch plaziert! Gutes Kerlchen war dann allerdings als Ex wirklich wesentlich besser als vorher (wo ich eher seinen Vater nehmen haette
      sollen!!! ;-) ) Obwohl 'gnae Herr' selbst ja schon ca. 10 Jahre aelter als ich selbst war und sein Vater - logisch - dann noch etwas aelter. ABER: was fuer ein Unterschied, der sooo viel 'juengere, schwungvollere und trotzdem ruhigere ' Vater - aufgrund von 'ohne Alkohol' !!!

      LG, G.

      Waer' aber alles nicht ganz so schlimm gewesen, wenn meine eigene Mutter nicht pardout ihn (Ex) mir einreden haette wollen, in heiraten zu sollen. Mit 'Alkohol' eine Beziehung .... nur ueber meine Leiche; da ist wirklich einer zuviel mit im Haus und ich habe genuegend Leid diesbezueglich in verwandten Beziehungen gesehen. Nachdem Mutter mein Angewidert-sein diesbezueglich seeehr gut kannte, konnte ich ihr 'Puschen' in ausgerechnet diesem Fall ab-so-lut nicht verstehen!
      Geldmaessig konnte er - trotz verdammt uebergutem Gehalt - nicht einmal sich selbst durchbringen, geschweige denn je vielleicht eine Familie!
      Wie's dann irgendwann auch noch an meine eigene Kasse fuer ihn gegangen waere, zog ich mal kurz die Bremse zwischendurch und 'faelschte' zusammen mit einer Bank-Kollegin (m)einen Kto.-Auszug ordentlich ins Miese zum 'Beweis: nix zu holen - Ruhe mit pestern !'
      Moensch, ich weiss noch, wie die Kollegin am Schalter entsetzt sagte "... das geht gar nicht, weil wir hierfuer einige Unterschriften 'von oben' brauchen und niiie kriegen" und ich ihr dann verklickerte, dass das nur eine Angelegenheit von EINER Viertelstunde waere, in welcher sie einfach nur mich daneben 'festhaelt' bzw. die schon vorbereiteten Storno-Buchungen voll unterschrieben wieder bei sich hatte, um sie nur diese EINE wichtige Viertelstunde spaeter wieder ins System zu fuettern. Bingo - ging doch und ich hatte von da an keine geldtechnischen peinlichen Betteleien mehr anzuhoeren! ;-)

      Nett war allerdings dann spaeter mal - schon in der Beziehung mit jetzigem Hubby - wie wir zu dritt mit (m)einem engsten Freund zusammen sassen um diese miteinander anzufreunden und ich zu irgendetwas Finanziellem im Inbrunst der Ueberzeugung meinte "... geht nicht, habe ich kein Geld fuer sowas!" Beide Maenner kannten sich noch absolut nicht lange, sahen sich aber blitzartig gegenseitig an und kamen unisono mit dem Satz daher " ... das gibt's nicht ... wenn wir aaaalles auf der Welt glauben, aber diese Story NICHT !"
      Well, zugegebener Weise: die Maenner in meinem Leben konnten 'hinterher' eindeutig wesentlich besser mit Geld umgehen als je vorher! ;-)








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  9. PS: besagter Hausmeister sah mich 'damals' zurueck 'umziehen' in meine Wohnung:
    Meine grosse, rosa Schmuse-Decke geschultert wie der Nikolaus mit meinen Habseligkeiten drinnen und er meinte dann noch trocken "Umzug aus Aegypten?" Kuerzeste Antwort je von mir: Ja!
    (Ach ja, Erinnerungen, und wiie gerne saehe ich sie eigentlich auch nur als 'versehentliche Rueckspiegel-Vergroesserung' - seufz)

    LG, G.



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  10. ich finde du kannst seine hilfe ruhig annehmen. schuldig bist du ihm nichts. auf sein geklingle/geklopfe würde ich sicher nicht so rücksichtsvoll bzw. geduldig reagieren wie du ;) das ist schon dreist. aber der mann ist wohl wirklich sehr einsam und meint es nicht böse. ich hatte schon solche bekannte und musste leider irgendwann sehr deutlich sagen, dass mir das zuviel ist.

    aber warum nicht die günstige gelegenheit nutzen? :) wenn der mann kompetent ist, würde ich das ruhig zulassen.

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Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

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