Montag, 25. März 2013

Kein guter Tag

Heute Morgen aufgewacht und sofort bemerkt, dass das kein guter Tag werden würde. Und bis jetzt ist er das auch nicht. Es ist emotional ein Scheißtag, ein Tränentag und da spielt sicherlich auch der Zykluszeitpunkt, bzw. die hormonelle Lage eine Rolle, aber der Auslöser waren wohl Träume von Schatz die ich am Wochenende vermehrt hatte. Ich kann mich schon gar nicht mehr recht erinnern, was ich geträumt habe, aber ich weiß, dass es mehr oder weniger um Alltagssituationen ging, um unsere ganz normale Zweisamkeit, die wir hatten, zu der auch gehörte, dass wir uns viel berührten, Händchen hielten, uns ihn den Arm nahmen... Das alles fehlt mir grad mal wieder wie die Hölle. Er fehlt mir. Noch einen Monat, dann jährt sich der Tag seines Zusammenbruches, noch zwei Monate minus einem Tag und sein Todestag jährt sich das erste Mal. Wann hört es endlich auf, so weh zu tun? Immer, wenn ich denke, es geht mir eigentlich gut und ich fange wieder an zu leben, reißt es mich wieder runter. Heute ist ein Tag, an dem ich mir nicht wünschte, du wärst hier, sondern ich wäre bei dir.


“When someone you love dies, and you're not expecting it, you don't lose her all at once; you lose her in pieces over a long time—the way the mail stops coming, and her scent fades from the pillows and even from the clothes in her closet and drawers. Gradually, you accumulate the parts of her that are gone. Just when the day comes—when there's a particular missing part that overwhelms you with the feeling that she's gone, forever—there comes another day, and another specifically missing part.”
 John Irving, A Prayer for Owen Meany

Kommentare:

  1. Ich drück dich auch mal und schick dir ein bisschen Kraft. Die Tage, an denen es dir so schlecht geht werden weniger werden. Auch wenn es dauern wird, aber irgendwann tut es nicht mehr so weh.

    Was nicht bedeutet, das die Gefühle für deinen Schatz weniger werden. Sie werden nur anders sein. Und dann ist auch die Hölle eine kleines bisschen weiter weg.

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    1. Danke dir. Dass die Gefühle weniger werden, das denke ich sowieso nicht, aber ich würde mich so gerne an die schönen Dinge erinnern und dabei statt Tränen in den Augen ein Lächeln auf den Lippen haben. Ich weiß, dass das irgendwann so sein wird, denn ich kann mich ja auch ohne Schmerz an den Freund erinnern, den ich vor fast 15 Jahren verlore habe. Der Abschied war eben nur leichter, weil es viel weniger gemeinsame Geschichte gab.

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  2. John Irving hat es genau richtig ausgedrückt.. (ich liebe seine Bücher!)
    Mehr als dich auch drücken kann ich gar nicht für dich tun.. nur hoffen, dass du irgendwann besser mit dem Schmerz umgehen kannst.

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    1. Ja, das hat er. Ich mag seine Bücher auch sehr. Danke für's Drücken und für mich hoffen.

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  3. Es wird immer wieder solche Momente geben, an denen du an ihn denkst und meinst, es zerreißt dich innerlich, weil er dir so sehr fehlt. Aber diese Momente werden auf jeden Fall weniger werden. Ich selbst habe vor eineinhalb einen sehr, sehr wichtigen Menschen verloren und am Anfang gedacht, dass ich das selbst nicht überleben werde, bzw. überleben kann. Dennoch ging es irgendwie weiter. Die Anfangszeit war sehr, sehr schwer, aber die Momente, in denen es weh tut, werden weniger. Ich kann heute noch nicht den Friedhof betreten, ohne in Tränen auszubrechen und ich kann heute auch noch nicht so wirklich drüber sprechen, ohne dass es innerlich merkwürdige, schmerzende Dinge mit mir anstellt, aber es wird besser. Tag für Tag.
    Ich drück dich auch mal, auch wenn wir uns nicht kennen. :)

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    1. Danke dir, Kitty. Ich drücke dich mal zurück.

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  4. Gute Gedanken für Dich von mir.

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  5. Maedel, das mit dem 'auf seine Seite gehen' laesst Du BITTE mal bleiben, denn das wuerde nicht einmal ER wollen - das schwoere ich Dir (ohne ihn gekannt zu haben).
    Ich kann Dich troesten: irgendwas scheint aber wohl derzeit 'in der Luft' zu sein, was generell manche 'Softies' - wie Du, ich und auch noch ein paar Andere (zumindest um mich herum) - derzeit etwas arg nieder drueckt.
    Ich selbst musste am Sa. einen laaange vorher geplanten Besuch absolvieren, auf welchen ich mich auch vorher ordentlich gefreut habe - bis es so weit war: ich war weinerlich schon bei nur direkt mich anschauen; mein armer GoeGa plus Gastgeber wussten sich kaum zu helfen (ich mir auch nicht = unueblich :-o ) und ich hatte arge Muehe einfach den Tag abzuwarten bis er um war um den alten Spruch von 'Zeit heilt Wunden' wirken zu lassen
    (beschleunigende Fusstritte gibt's leider auch keine guten fuer 'Zeit' - seufz; ansonsten mir bitte verraten, denn ausser 'in Arbeit vergraben' kenne ich wirklich nix - nochmal seufz).
    Kannst Du wenigstens Heulen? Du weisst um die erloesende Wirkung von Traenen?
    Die anderen Kommentare-Schreiber haben recht: der Verlust-Schmerz wird Dich immer wieder einholen in mehr oder weniger Intensitaet. ABER: Du hast zumindest hier - per Blog - schon ein paar 'Schultern' zum Ausheulen.
    Das ist schon einmal besser als gar nichts - bitte glaube mir!
    Cheer-up-Versuch G.-Style: heute bist einfach DU zu streichelnde Katze; sei gaaaanz liebevoll gekost und gehaetschelt (bis Du - genauso 'katzen-style' dessen ueberdruessig wieder behende von dannen springst. ;-) !)

    Kopf hoch, Maedel und gaaanz liebe Gruesse,
    G.

    PS: Verdacht, weil ziemlich viele in meinem Umkreis betroffen: gehen wir eigentlich Richtung Vollmond? Warum ist das Ding dann ausnahmsweise dieses Monat 'staerker'? Sind wir nur durch zuggleich zusammenfallende andere uns psychisch aufwuehlende Sachen dann noch sensibler?
    Braucht niemand zuuuufaellig ein 'Doktoranden-Thema' ? ;-)




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    1. Ja, es ist bald Vollmond, der erste Vollmond im Frühling, welcher noch ein Winter ist. Auch das trägt sicher dazu bei, dass viele Menschen momentan ihre Gute Laune und Leichtigkeit verloren haben. Zu wenig Sonne sorgt irgendwie auch für zu wenig Sonne im Gemüt.

      Und keine Sorge, ich habe nicht vor "zu gehen", es sind einfach nur Gedanken, die ich aber nicht in die Tat umsetze. Ich habe keine Selbstmordgedanken, nur manchmal, so wie heute, den Wunsch (oder eine Art Sehnsucht), nicht mehr hier zu sein.

      An den Spruch "die Zeit heilt alle Wunden" glaube ich nicht, bzw. ich denke, manche Wunden heilen nie, jedenfalls nicht ohne Narben zu hinterlassen, die in manchen Situationen wieder schmerzen das vielleicht auch noch nach Jahren, in denen man vielleicht schon ganz vergessen hatte, dass es sie gibt. Narbengewebe ist hart und knotig und doch sensibel und empfindlich.

      Ja, ich kann heulen, deshalb schrieb ich ja auch vom "Tränentag". Ob sie eine erlösende Wirkung hatten, ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich hab auch real Menschen, bei denen ich mich ausheulen kann - oder könnte. Aber in solchen Momenten will ich eigentlich nie jemanden real bei mir haben.

      Danke für deine Zeilen...

      (Jetzt heule ich wieder - meiner Grautigerin ins Fell, die sich an mich gekuschelt hat und die es nicht stört, wenn sie ein nasses Fell bekommt.)

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    2. ... lass' sie laufen, Maedel ... die Traenen; wenn Du nicht weisst, ob dies hilft oder nicht ... ich bin heilfroh, dass das Heulen bei Dir geht!

      Noch mal inniger Hug und gaaanz liebe Gruesse (plus Krauler an Tigerchen; da sind Tiere extrem gut mit ihrer Sensibilitaet! )

      LG, G.

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  6. Es gibt manche die sagen man muss akzeptieren dass es nie wirklich ganz aufhört weh zu tun.

    Ich weiß nicht ob sie recht haben. Ich möchte es auch gar nicht herausfinden. An sich wünsche ich jedem dass sie unrecht haben. Denn wenn, dann ist das vermutlich die allerschwerste Übung von allen.

    Auf der anderen Seite ist es hoffentlich nur ein kleiner Preis verglichen mit dem was man vorher hatte. Vielleicht macht Dir das den Tag einen halben Millimeter einfacher. Vermutlich nicht, der Wille war da.

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    1. Sollte es nie aufhören, weh zu tun, dann muss ich es wohl akzeptieren, auch wenn ich hoffe, dass es mit der Zeit zumindest ein erträglicher oder nur kurzer Schmerz ist, der mich nicht einen ganzen Tag oder Tage lang vereinnahmt.

      Die Jahre, die ich hatte waren die besten in meinem Leben und er war ein ganz besonderer Mensch, das habe ich ihm zu Lebzeiten selbst gesagt. Ich bin dankbar, dass ich ihn an meiner Seite haben durfte, auch wenn es nur wenige Jahre waren.

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Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

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