Sonntag, 16. Dezember 2012

Der andere Heilungsprozess...


"Wounds of the spirit are most gently soothed and made whole by the passing years. Under the old scars flows again the calm, healthful tide of life. Under a great loss the heart impetuously cries that it can never be happy again, and perhaps in its desperation says that it wishes never to be comforted. But though angels do not fly down to open the grave and restore the lost, the days and months come as angels with healing in their wings. Under their touch aching regret passes into tender memory; into hands that were empty new joys are softly pressed; and the heart that was like the trees stripped of its leaves and beaten by winter's tempests is clothed again with the green of spring."

George S. Merriam 


An Heiligabend wird Schatz auf den Tag genau 7 Monate tot sein. Momentan fühlt es sich (wieder) an, als sei ich noch ganz am Anfang des Heilungsprozesses, ich weine wieder fast jeden Tag und da ist viel Dunkelheit in mir. Ich habe keine Angst vor der Dunkelheit, aber vielleicht wäre das besser...




From Millan.Net

Kommentare:

  1. Es ist doch noch so kurz.. Die Trauerzeit hat gerade erst begonnen, du bist auf einem guten Weg - du verdrängst nichts, du vergräbst dich aber auch nicht. Weinen ist in Ordnung, Dunkelheit nicht. Das würde dein Mann auch nicht wollen!
    Ich bin nicht gut in so was, daher versuche ich gar nicht erst, dich zu trösten. Aber ich versuche, dir zu sagen, dass deine Trauer richtig und gut ist. Das Weihnachtsfest wird sicher nicht einfach, daher bleib bitte nicht allein, sondern geh zu deiner Familie, zu Menschen, die dir wichtig sind und die dir viel bedeuten. Und rede darüber!
    Liebe Grüße!

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    1. Danke dir für deine Worte. Aber außer meinem Schwiegervater habe ich hier keine Familie und der wird Weihnachten mit der (Groß)Familie seiner Freundin verbringen. Ich würde mir ehrlich gesagt dort auch fehl am Platze vorkommen. Von sich aus meldet er sich auch sowieso nicht bei mir.

      Meine (getrennten) Eltern leben rund 250km weg von mir.

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    2. Es ist wirklich schade, dass du mit der Familie deines Mannes nicht gemeinsam trauern kannst.. vielleicht solltest du auf ihn zugehen? Er wird den Verlust doch sicher auch nicht so einfach wegstecken?
      Wenn du dann nicht mit Freunden oder Familie feiern kannst, schau, ob es eine Selbsthilfegruppe gibt. In diesem Fall ist das sicher eine gute Möglichkeit, nicht alleine zu sein an schweren Tagen.

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    3. Er wird den Verlust sicher auch nicht so einfach wegstecken, aber er hat ja seine Freundin, die inzwischen auch bei ihm wohnt,die ihn auffängt. Weißt du, irgendwann hat man keine Lust mehr, auf jemanden zuzugehen. Ich gehöre nicht mehr zu seinem Leben, was dafür die Gründe sind, keine Ahnung. Ich geh einfach mal davon aus, dass er mit der Situation einfach nicht anders umgehen kann. Ich hege keinen Groll gegen meinen Schwiegervater, er ist wie er ist.

      Mir ist es ehrlich gesagt lieber, die Tage alleine zu sein und ich will es im Grunde auch nicht anders. Wer mich näher kennt, der weiß, dass er mir das auch nicht ausreden können wird. ;) Selbsthilfegruppen sind nicht mein Ding, das weiß ich aus einer anderen Lebensituation her.

      Ich werde die Tage schon überstehen, ohne Unsinn zu machen. :)

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  2. dunkelheit ist nicht besser, claudia... hoffe, es kommt bald wieder ein licht an ende deines tunnels in sicht.. kopf hoch *drück*

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    1. Ich meinte nicht, dass Dunkelheit besser ist, sondern dass es vielleicht besser wäre, Angst vor ihr zu haben. :

      :-*

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  3. Bei mir ist es 8 Monate her, das ich einen ganz wichtigen Menschen verloren hab, mein Vater. Und er hätte auch jetzt am 22. seinen Geburtstag. Kann es daher nachvollziehen, wie Du dich fühlst und Frau Vau nur zustimmen: Deine Trauer ist richtig und gut. Und mir hilft auch immer darüber zu reden. Schade, das Deine Familie nicht fassbar ist(nicht vorwurfsvoll gemeint). Freunde? Manchmal reicht auch ein kurzes Gespräch am Telefon, eine vertrauenvolle Stimme zu hören. Du packst das schon, bist auf dem besten Weg. Du redest zumindest hier schon drüber. Kenne leider auch das Gegenteil. Die Person igelt sich ein, verdrängt es, darüber nachzudenken. :-(
    Aber auch Deine Katzen helfen Dir, ganz sicher. Die haben ein siebten Sinn für so was. Wünsche Dir herzlichst viel Stärke und noch ein schönen 3. Adventsabend

    LG rotzlöffel

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    1. Ich habe Freunde, mit denen ich reden kann, wenn mir danach ist, was ich auch tue. Und auch wenn meine Familie (meine Eltern) nicht um die Ecke leben, telefonisch oder auch z.B. auf Facebook (meine Ma) sind sie da, wenn ich sie brauche.

      Ja, Conina war die Nacht eine echte Trösterin. Ich hatte einen regelrechten Heulkrampf und sie kam und hat sich ganz eng an mich gekuschelt, ließ es zu, dass ich sie fest in den Arm nahm und hat irgendwann angefangen, mir die Tränen wegzulecken.

      Danke für deine Wünsche und auch dir noch einen schönen Adventsabend.

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  4. Ach mensch, ich habe erst jetzt Deinen Beitrag gelesen und möchte Dir gerne soviel sagen, doch dies hier wäre nicht der geeigente Ort dafür.

    Anfang des Jahres musste ich mein Baby ziehen lassen, und ja für mich war es ein Teil von mir auch wenn es "erst" in der 11 (fast 12) Woche war.
    Vier Tage nach dem Krankenhausausfenthalt ging ich wieder arbeiten, wollte mit keinem drüber reden, es alleine für mich ausmachen, hab komplett dicht gemacht, und bin beinahe dran zerbrochen.
    Tags war ich die Starke, nacht oder wenn ich alleine war weinte ich, verfluchte ich die Welt und alles was dazu gehörte.
    Erst als ich mir einen Ort suchte an dem ich mich ausschreiben kann wurde es besser. Ich konnte etwas offner damit umgehen, neue Sichtweisen sehen, und vor allem der Austausch mit teilweise betroffenen Menschen hat mir unheimlich geholfen. Die dunklen Momente sind nicht weg, sie kommen manchmal wieder aber sie sind etwas "leichter" geworden.

    Was ich Dir damit sagen möchte.
    Vergrabe Dich nicht, trauer nicht alleine, rede oder schreibe wenn es Dir auch nur ein wenig hilft. Mauer Dich nicht ein, such Dir Menschen die Deinen Schmerz verstehen und Dir unterstützend helfen können. Mitleid ist nicht das was man in solchen Momenten braucht, sondern ein offenes Ohr eine Schulter zum Anlehnen und vor allem keine zu einsamen Stunden. Ich würde Dir gerne helfen und weiß nicht wie :(
    Ich kann Dir nur den einen Rat geben, trauer um Deinen Schatz denn nur so kannst Du es verarbeiten und vielleicht eines Tages mit weniger Tränen durchs Leben gehen.
    Ich drück Dich einfach mal unbekannterweise und wünsche Dir alles alles Liebe
    Rebellin.

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    1. Auch hier nochmal danke für deine Offenheit und deine Worte.

      Grundsätzlich mache ich die Trauer nicht nur mit mir allein aus. Ich schreibe und ich rede auch drüber, von Anfang an. Aber ich bin ein Mensch, der immer wieder Phasen hat, in der er die Einsamkeit oder besser das Alleinsein braucht. Jetzt ist wieder so eine Phase.

      Das zeitgleich Weihnachten ist, ist halt eben grad mal so. Und sicherlich ist das mit ein Auslöser, dass es mir grad wieder schlechter geht und soviel Schmerz hochkommt, aber das ist es nicht nur. Wahrscheinlich wär's auch ohne Weihnachten so gekommen. Es gab einfach in den letzten Wochen viele Momente (auch wegen beruflicher Veränderungen), in denen er mir sehr bewusst gefehlt hat, als Partner, Unterstützer, Mutmacher, Ratgeber, Meinungsager, Kritiker, Auffangender, Kraftgeber etc.

      Danke für's Drücken und dir auch alles Liebe.


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  5. mein beileid für dich, wenn ich könnte würd ich sagen, die zeit heilt alle wunden, aber das stimmt leider nicht..

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    1. Danke dir. Nein, das tut sie nicht. Die Haut die drüber wächst, ist manchmal arg dünn und es reichen Kleinigkeiten, um die Wunden wieder aufzureißen. Und selbst, wenn sie vielleicht nicht wieder aufreißen, Narben bleiben immer und die machen eben evt. auch Jahre oder Jahrzehnte später noch Probleme.

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