Sonntag, 22. Juli 2012

8 4 9 und anderes

Na sowas. Ich wollte eben online etwas auf meinem Bankkonto checken und was sehe ich? Hat die Versicherung 8 4 9, die am 5. Juni alle verlangten Unterlagen von mir bekommen hat, die sie brauchte, um Schatzens Rentenversicherung abwickeln  zu können, die so schlecht ans Telefon zu bekommen ist und auf Mails nicht antwortet, doch tatsächlich am Freitag überwiesen. Angerufen hat mich, obwohl Montag zugesagt, bis heute aber niemand und Post hatte ich auch noch nicht. 

Rückblickend bin ich verdammt froh, dass ich so kurz nach Schatzens Tod in der Lage war, mich um den ganzen Versicherungspapierkram zu kümmern. Denn das, was da nun an Geld rumgekommen ist, rettet mir mehr oder weniger den Hals und ich muss mir aktuell keine Sorgen machen, wie ich den hoffentlich bald anstehenden Umzug und alles, was damit zu tun hat, finanziere. 

Darauf ausruhen kann und will ich mich aber auch nicht. Und deshalb arbeite ich seit Dienstag wieder auf selbständiger Basis für jemanden,  für den ich schon im März angefangen habe zu arbeiten, dann durch Schatzens Krankheit und Tod aber erstmal aufgehört hatte. Auch wenn ich da nicht die Sicherheit habe, die mir ein Job als Angestellte bietet, diese Sache bietet einiges an Chancen und ich kann sehr viel lernen. Und was ein sehr wichtiger Punkt ist, es macht mir Spaß!

So gesehen gibt es einige positive Dinge in meinem Leben. Den Mini bekomme ich sicher auch noch zu einem guten Preis verkauft und das mit der neuen Wohnung wird auch klappen. Auch wenn ich momentan oft das Gefühl habe, ich stecke fest, weil es zuviel ist, zuviel zu regeln, zuviel, um das ich mich kümmern muss. Wenn ich mal ehrlich bin, in den paar Wochen seit Schatzens Tod, der jetzt noch nicht ganz zwei Monate her ist, habe ich einiges geschafft und in Angriff genommen. Das Leben geht eben doch weiter. Und es liegt an mir, dafür zu sorgen, dass es das so tut, wie ich mir das vorstelle. 

Heute meinte jemand zu mir, ich wäre jetzt sicher sehr einsam. Nein, ich bin nicht einsam, ich fühle mich nicht einsam. Ja, ich vermisse meinen Schatz, jeden Tag. Ich erwische mich immer noch dabei, wie ich denke, dass ich ihm dies oder jenes erzählen muss, wenn er nach Hause kommt und sofort kommt die schmerzhafte Erkenntnis, dass das nicht mehr geht. Er fehlt mir, sein Fehlen tut weh. Aber einsam bin ich nicht.

Kommentare:

  1. immerhin ein paar positive dinge, mit den finanzen :)

    ich denke übrigens oft an dich, wenn ich gerade wieder mit meinen problemen konfrontiert werde, und denke dann immer, wie du das alles schaffst, da sollte ich nicht jammern und mir lieber eine scheibe von dir abschneiden... :)

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    1. Man kann halt nur schwer aus seiner Haut und man sollte seine Probleme und den Umgang damit vielleicht nicht unbedingt mit der Situation anderer Leute vergleichen. Welche Gewichtung ein Problem hat, ist eben immer etwas sehr Persönliches und ich käme nie auf die Idee sowas zu sagen wie "Was stellt die sich eigentlich so an? Die sollte mal in meiner Situation sein."

      Ich war so bis Anfang/Mitte 20 extrem schüchtern. Die Angst vor Ämtergängen oder sogar vor Telefonate mit "offiziellen" Stellen kenne ich sehr gut. Irgendwann hat es wohl mal Klick gemacht in meinem Kopf und ich hab eingesehen, dass die Angst das eigentliche Problem ist und nicht die Situation und ich hatte die Angst einfach satt. Ich habe dann begonnen, mich bewusst in angstbehaftete Situationen zu bringen, z.B. Männer ansprechen. Irgendwann hat meine Psyche anscheinend kapiert, dass es eigentlich nie so schlimm kommt, wie sie sich das immer ausgemalt hat.

      Ich habe auch immer gern dazu geneigt, Dinge ewig vor mir her zu schieben, Verantwortung nicht zu übernehmen, u.a. auch, weil Schatz sowas wie mein Sicherheitsnetz war. Ich wusste, dass er mich irgendwie auffängt. Das Sicherheitsnetz ist weg. Nun muss ich mein eigenes Sicherheitsnetz sein. Ich schiebe immer noch vor mir her, aber ich tu's nicht mehr, bis evt. ein bitteres Ende passiert.

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    2. es tut gut zu wissen, dass mich jemand versteht, danke für deine lieben worte :)

      und ich habe die angst auch allmählich satt, ich werde schon wütend auf mich selbst - würden mir nur nicht immer so schnell die tränen kommen... ich kann dann einfach nicht mehr das sagen, was ich gerne sagen möchte oder muss... ich würde das gerne besser kontrollieren können.

      ich finde es trotzdem toll, wie du das alles geregelt bekommst :)

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Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

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