Freitag, 22. Juni 2012

Wenn Mauern brechen

Aus Angst, dass wieder der Schlaf nicht kommen will klammert sie sich an die virtuelle Welt
Dort kann sie sich bis zu einem gewissen Grade vor der realen Welt verstecken
Aus ihr flüchten
Vor sich selbst flüchten, zumindest vor einem Teil von ihr
Irgendwann kommt aber der Punkt, an dem sie beschließt, dem Schlaf eine Chance zu geben und in dem sie die den Laptop zuklappt, verschließt sie die Tür zur virtuellen Welt
Da liegt sie nun, im rollladendunklen Schlafzimmer, obwohl es draußen schon fast ganz hell ist
Das Fenster, das die ganze Nacht auf war, hat sie geschlossen, weil sie das Vogelgezwitscher nicht erträgt
Der Schlaf kommt nicht
Und plötzlich
Völlig unerwartet
Und mit unglaublicher Gewalt
Brechen Tränen hervor und atemlos machende Schluchzer verkrampfen ihren Körper
Machtlos
Sie ist noch lange nicht soweit wie sie das gern geglaubt hätte
Sie ist noch ganz am Anfang
Das sieht sie nun
Und die Erkenntnis, dass der Schmerz noch eine Weile ihr Begleiter sein wird
Und er sich, wenn sie ihn nicht zulässt, Mauern durchbrechend einen Weg nach draußen sucht
Macht sie mutlos
Sie hat ihm nichts entgegenzustellen
Außer sich selbst
Was bleibt ihr anderes übrig, als ihn anzunehmen?

Kommentare:

  1. Gar nichts anderes bleibt dir übrig :(

    *drückdich*

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    1. Ich weiß und das eigentlich auch nicht erst seit dieser Nacht. Wenn man so Tage hat, an denen es einem eigentlich relativ gut ging, dann verdrängt man schnell, dass der Schmerz in seinem ganzen Ausmaß wohl einem einfach nur mal eine Auszeit gegeben hat.

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  2. Ihr Schmerz zeigt ihr den Weg.
    Sie wird darin eintauchen,
    wird seinen dunkelsten Kern überstehen,
    um ihn hinter sich zu lassen.
    Was bleibt, wird Leben sein und liebende Erinnerung.

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    1. Ja, das wird so sein. Es war ja auch schon mal so - vor rund 14 Jahren. Aber damals war sie jünger und die Beziehung noch recht frisch, man hatte sich noch nicht wirklich etwas Gemeinsames aufgebaut. Da war das Hintersichlassen einfacher.

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  3. Ist es nicht gut ihn anzunehmen? Es gehört mit zu diesem unsäglichen Prozess und es ist wichtig! Lass deine Mauern nicht zu dick werden, lass es zu.
    Drück dich fest Margit
    @Moss: Wunderschön geschrieben!

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    1. Doch es ist gut und vor allem wirklich notwendig. Nur nicht alles was gut für einen ist, tut im ersten Moment gut.

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  4. ja, lass den schmerz zu, nur so kannst du den verlust verarbeiten, annehmen und irgendwann akzeptieren, denke ich.
    es dauert sicher noch eine ganze weile, bis du damit fertig wirst und dich damit arrangiert hast, nun alleine weitergehen zu müssen. drück dich ganz dolle und wünsche dir viel kraft dafür!

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Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

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