Dienstag, 12. Juni 2012

Rückzug

Ich verbringe momentan viel Zeit in meinem Schlafzimmer, liege mit dem Laptop im Bett, lese Blogs, schaue DVDs. Mag die Welt da draußen nicht sehen und mag nicht an ihr teilhaben. Ich werde aber nicht drumherum kommen, denn Briefe müssen geschrieben und weggebracht werden, Dinge müssen erledigt, Termine gemacht werden. Und ein bisschen Geld verdienen muss ich auch mal wieder. Außerdem leert sich der Kühlschrank zunehmend.

Obwohl mir die Katzen auf eine gewisse Art Trost spenden und sie die Wohnung nicht ganz so leer erscheinen lassen, vernachlässige ich sie momentan sehr. Nein, hungern müssen sie nicht und auch die Katzenklos mache ich sauber. Aber ich bin kaum bei ihnen, kapsele mich im Schlafzimmer, in das sie nicht dürfen, ab. Und sie vermissen mich, das zeigen sie mir jedes Mal, wenn ich aus dem Schlafzimmer komme. Besonders Conina, die ja sowieso am meisten an mir hängt, sie jammert viel vor der geschlossenen Türe und schläft im Körbchen, das davor steht. Hält Wache und passt auf mich auf. Aber auch Lily, die sich sonst meistens im Hintergrund hält und Einzelgängerin ist, kommt inzwischen angelaufen und maunzt mich an. 

Hab schon ein schlechtes Gewissen, zumal ich mich mit dem Gedanken trage, zwei der vier Katzen abzugeben. Als Katzenbesitzer eine neue Wohnung zu finden, ist schon nicht so einfach. Aber mit vieren? Und abgeben würde ich wohl Lily und Aina. Dabei waren es die beiden, die quasi mit Schatz und mir unsere kleine "Familie" begründet haben. Denn grad eine Woche nachdem ich von Köln nach Mannheim zu meinem Schatz gezogen bin, haben wir die beiden zu uns geholt. Es würde sehr sehr weh tun, sie weggeben zu müssen. Aber Pasha und Conina kann man nicht trennen, Lily und Aina schon. Ich mag darüber nicht nachdenken, aber vernünftiger wäre es. Alle Katzen abzugeben käme für mich gar nicht in Frage. 

Jetzt ist es auch schon wieder 20 vor 3 in der Früh und ich zögere das Schlafengehen heraus, weil ich befürchte, mich wieder schlaflos herumzuwälzen. Letzte "Nacht" bin ich um 9:30 Uhr schlafen gegangen, nein, nicht 9:30 Uhr abends, sondern morgens. Ich hab vorher einfach keine Ruhe gefunden, bzw. ich hab gedacht, ich mache die Nacht durch, in der Hoffnung, dann eben heute wirklich mal früh ins Bett zu gehen und schlafen zu können. Ging aber nicht, das wollte mein Kreislauf nicht mitmachen. Also bin ich dann doch ins Bett geganen. Fazit davon ist, dass ich auch erst gegen 15 Uhr aufgestanden bin. Erholsam war das aber nicht.

So kann das nicht weitergehen. Also werde ich mich nun zum Schlafen zwingen, mit Tabletten, die mir mein Hausarzt verschrieben hat, eigentlich ein Antidepressivum, das aber gern als Einschlafhilfe verschrieben wird. Ich nehme nicht gern solche Hammerchemie, aber mein Körper braucht den "Shut down" vermutlich einfach, Baldrian, Bachblüten oder auch Alkohol haben bei mir keine schlaffördernde Wirkung. Und ich hoffe, so bekomme ich wieder einen halbwegs normalen Schlaf-Wach-Rhythmus...

19 Tage und Nächte... solange bist du schon -erst?- fort... Wenn wir wenigstens im Traum wieder zusammen glücklich sein könnten...

Kommentare:

  1. Es ist deine Art zu Trauern, nimm dir Zeit! Aber es ist bestimmt nicht im seinem Sinne, dass du deine Gesundheit gefährdest, finde deinen Rhythmus wieder, bitte. Nicht nur deine treuen Vierbeiner vermissen dich und deine liebenswert lebendige Art! Komm bald wieder, ich drück dich ganz fest Schweinchen Schlau

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    1. Ich nehme mir ja die Zeit. Ich hab mich im Prinzip seit letzter Woche Donnerstag so eingekapselt, eben auch, weil ich das wohl brauch(t)e. Aber das Schlafdefizit merke ich inzwischen körperlich. Das ist auch nicht gesund.

      *drück zurück* Danke.

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  2. Kleiner Rat von Katzenbesitzerin, zu Katzenbesitzerin.

    Bei uns sind keine Hunde und keine Katzen erlaubt. Fast jeder Haushalt hier in der Gegend hat Katzen, ein paar andere auch Hunde, die Hausverwaltung duldet es, sagt nichts dazu.
    Wenn du umziehst, verschweig es einfach, eigentlich interessiert es doch keinen, ob du Katzen hast oder nicht.

    Als meine neuen Nachbarn eingezogen sind, hatten sie drei Katzen und die Verwaltung hat es nicht erfahren, also Mund halten, Katzen behalten und umziehen *zwinker

    Ansonsten wünsche ich dir weiterhin viel Ruhe in deiner Aus-Zeit, gönn sie dir!

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    1. Das ist hier im Haus mehr oder weniger auch so. Bei ein oder zwei Katzen würde ich das Risiko auch eingehen, sie gar nicht zu erwähnen. Zumal ich ja weiß, dass sie nix anstellen, nicht an den Wänden kratzen etc. Da würde vermutlich kaum ein Vermieter was sagen, denn die haben meistens auch wenig Lust auf einen Rechtstreit. Vier Katzen ist da schon was anderes.

      Dazu kommt, dass ich mich quadratmetermäßig ja auch verkleiner(n muss), da reicht ggf. der Platz für viere nicht mehr, damit sie sich (reine Wohnungskatzen und das werden sie auch bleiben) ausleben und auch aus dem Weg gehen können, wenn sie das wollen.

      Danke dir. :-*

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  3. oh nein, die katzen trennen :( das wäre aber schade, und die kleinen geben doch soviel liebe und trost... wenn ich katzen gehütet habe und schlechte tage hatte, haben mich die drei immer so getröstet, die haben das gespürt und wollten mir nahe sein. schade dass du dich so im schlafzimmer verschanzt, kannst du dich im wohnzimmer denn nicht auch hinlegen? auf's sofa? dann wärt ihr nicht so getrennt, das wäre doch viel schöner :)

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    1. Die Katzen trennen, also Aina und Lily von den anderen, wäre für die Katzen selbst kein Problem. Da gibt es keine Freundschaften oder engen Bindungen, man akzpetiert sich, das war's dann aber auch. Eng verbunden sind nur Pasha und Conina. Aina und Lily sind beide eher Einzelgängerinnen.

      Ich könnte mich schon da hinlegen, aber die würden mich mit Sicherheit nicht schlafen lassen. Irgendeine würde mit Sicherheit immer was wollen. ;) Ja, sie kümmern sich, spüren, wie es mir geht und genau das wird mit aber auch im Moment gern mal zuviel. Denn es ist ja nicht immer nur eine, die sich kümmern will.

      Und: Mein Schlafzimmer ist und war immer sowas wie mein "safe place", mein Rückzugsort. Schatz und ich haben ja getrennt geschlafen. Hier allein zu sein, bin ich gewöhnt. Das Wohnzimmer bietet dieses "Sicherheitsgefühl" nicht so.

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  4. ah, verstehe. und ja, die katzen werden dich nicht soviel schlafen lassen, wie du vielleicht möchtest ;)

    bei "meinen" katzen ging das schlafen ganz gut, ich habe mich oft auf dem sofa hingelegt, damit sie mich zumindest im zimmer haben (schlafzimmer war bei mir auch tabu), und meist lagen sie dann neben mir oder zumindest in der nähe, wenn ich wieder aufwachte... ach, ich vermisse die süssen schnurrer...

    dann hoffe ich, du findest ein tolles neues zuhause für die zwei, wenn es soweit ist :)

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    1. Danke, das hoffe ich auch. Ja, ein Leben ganz ohne Katzen kann ich mir nicht mehr vorstellen. Sind schon tolle Tiere.

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  5. Ja, Tiere sind sehr sensibel.

    Vielleicht hast Du ja Bekannt oder Freunde die die beiden Katzen nehmen würden.
    Leiuder ist es meist so: Ein Unglück kommt selten alleine. Ich hoffe Du findest eine tolle Wohnung und die Katzen ein neues Zuhause. Noch mehr wünsche ich Dir, dass der Schmerz nachlässt und die schönen Erinnerungen überhand gewinnen.

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    1. Ich hab mich schon mal grob umgehört, momentan gäb's da niemanden. Aber das wirklich nur mal ganz kurz die Fühler ausstrecken.

      Problem bei Lily ist dazu noch, dass sie einen Ventrikel-Septum -Defekt (VSD) hat, ein Loch in der Wand zwischen den unteren Herzkammern. Damit kann sie gut leben, bis jetzt auch ohne Medikamente, aber kommt schnell aus der Puste. Und sie ist keine Schmusekatze, mag es nicht, wenn man sie auf den Arm nimmt und ist generell sehr misstrauisch. Sie kommt zwar schmusen, aber ist dabei selten ganz entspannt. Wir haben sie immer unsere "Autistenkatze" genannt, weil sie ein bisschen solche Merkmale zeigt.

      Danke für deine Wünsche.

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Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

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