Samstag, 2. Juni 2012

"Alles wird gut"

Heute ging es mir besser, allerdings fühlte und fühle ich mich sehr leer. Ich funktioniere - irgendwie. Aber es fühlt sich an, als würde ich mich selbst wie eine Marionette steuern. Emotionen habe ich fast gar keine empfunden, weder Trauer, noch Angst, noch Freude. Immerhin habe ich letzte Nacht das erste Mal seit seinem Tod wieder mehr als 4 Stunden am Stück geschlafen, rund 7 Stunden. Bisher habe ich noch kein einziges Mal von Schatz geträumt, aber manchmal "reden" wir miteinander, nachts, wenn ich allein im Bett liege und auf den Schlaf warte. Er sagt mir, dass er immer bei mir ist und dass alles gut wird und einmal sagte er, dass er stolz auf mich ist. 

Was ich grade besonders vermisse, ist, einfach nur von ihm in seinen Armen gehalten zu werden. In der Nacht als er starb, ich lag im Bett, ungefähr eine halbe Stunde, bevor mich der Arzt anrief um mir mitzuteilen, dass er wahrscheinlich innerhalb der nächsten halben Stunde versterben würde, hatte ich plötzlich das Gefühl, Schatz käme ins Schlafzimmer und legte sich zu mir. Ich spürte, wie er sich an meinen Rücken kuschelte, einen Arm um mich legte und seinen Kopf in meinen Nacken drückte. Mein ganzer Rücken wurde heiß. Und wieder seine Worte: "Mach dir keine Sorgen, alles wird gut."

Ein Teil von mir glaubt ihm, ein anderer kann sich das jetzt noch nicht vorstellen...

Kommentare:

  1. Schon seltsam das man, wenn ein geliebter und wichtiger Mensch stirbt, etwas spürt.

    Bei meiner Mutter hatte ich ein letztes Erlebnis nach dem sie verstorben war. Ein paar Monate nach ihrem Tod fühlte ich wie sie in den Raum kam,mir über die Wange streichelte und weg war, das war das letzte mal das ich sie gespürt habe, aber das blieb mir ganz genau in Erinnerung.

    Warte ab, irgendwann kannst du einfacher darüber nachdenken, aber weh tun wird es immer... irgendwie, das weißt du bestimmt auch selber.

    Ich denke täglich an dich und versuche dir viel Kraft zu schicken!!!

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    1. Ja, das weiß ich, zumal das ja schon der zweite Partner ist, den ich verloren habe. Allerdings war es beim ersten Mal "nur" mein Freund, mit dem ich ja erst ein paar Monate zusammen war und mit dem ich auch nicht zusammen gelebt habe. Das jetzt so gar nicht mit damals vergleichbar und ich werde sicher nicht so schnell wieder ohne den Schmerz an meinen Mann denken können.

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    2. Und danke für's an mich Denken und Kraft schicken.

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  2. Hör auf ihn, er hat recht....

    Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft und Mut...

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  3. Ich hoffe niemals in eine solche Situation kommen zu müssen und ich finde dass Sie das ganz toll machen. Glauben Sie ihm, irgendwann wird es besser werden. Aber nehmen Sie sich die Zeit um zu trauern...

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    1. Die Zeit nehme ich mir. Ich weiß, dass ich die Trauer, die Tränen zulassen muss.

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Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

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