Dienstag, 17. April 2012

Betreuungsgeld

Schatz und ich sind zwar keine Eltern und werden es sehr sehr wahrscheinlich auch nicht mehr werden, trotzdem verfolgen wir die Diskussionen zum Thema Betreuungsgeld. Um es vorab zu sagen, wir halten es beide für Schwachsinn und damit sind wir nicht alleine. Selbst in CDU/CSU-Kreisen bekommt das Thema viel Gegenwind und trotzdem will das Murksel (so nennt Schatz eine gewisse Regierungschefin und CDU-Vorsitzende) dies partout durchsetzen.

Ganz ehrlich? Wen will man damit eigentlich verarschen? 100 Euro soll es ab Januar 2013 für Eltern geben, die ihren Nachwuchs ab dem zweiten Lebensjahr nicht in Kindertagesstätten bzw. Krippen bringen sondern zuhause betreuen. Ab 2014 sollen es dann 150 Euro für das zweite und dritte Jahr werden. Ja, für den Staat kommt das natürlich deutlich günstiger als neue KiTa- und Krippenplätze zu schaffen. Nur wer kann die "Zuhausebetreuung" denn wirklich leisten? Es ist doch einfach heute meistens so, dass beide Elternteile recht schnell wieder arbeiten gehen müssen, weil Familie allein von einem Gehalt trotz Kindergeld nicht zu stemmen ist. Für ALG II-Empfänger "lohnt" sich das Modell Betreuungsgeld nur bedingt, denn es wird, so wie es aussieht, angerechnet. Wobei ich eh der Meinung bin, grad ALG II-Eltern sollte durch Betreuung der Kinder außer Haus geholfen werden, beruflich wieder Fuß zu fassen.

Das bedeutet für mich, wer es sich finanziell leisten kann, zieht eher in Erwägung nicht arbeiten zu gehen, um sich zuhause um's Kind zu kümmern und hat prinzipiell auch das Betreuungsgeld nicht nötig. Da werden dann die Besserverdienenden quasi belohnt. Wer es sich finanziell nicht leisten kann, muss sein Kind in einer KiTa bzw. Krippe unterbringen und zahlt dafür dann auch noch je nach Stadt/Gemeinde mehr oder weniger heftig Kohle. <Ironie on> Das nenne ich mal "soziale Gerechtigkeit". </Ironie off> Nicht jeder hat ne Oma, die sich täglich um ihr Enkelchen kümmern kann. Aber auch da gibt es einen grandiosen Einfall - die sogenannte Großelternzeit. Da soll es dann für Großeltern die Möglichkeit geben, sich eine dreijährige berufliche Auszeit zu nehmen. Ja nee, is klar.

Von so Dingen, wie frühkindlicher Förderung, die oft für Kinder aus sozial schwachen Familien wichtig ist, fang ich erst gar nicht an. Das wäre ein Thema für sich.

Was ich auch ein wenig paradox finde, auf der einen Seite will man mehr Frauen in Führungspositionen, auf der anderen soll Frau sich zuhause um den Nachwuchs kümmern. Passt ja wunderbar zusammen. Es tut der beruflichen Entwicklung und den beruflichen Aufstiegschancen sicher keinen Abbruch, wenn Frau mal zwei oder drei Jahre "aussteigt", oder? Ja, ich weiß, nirgends redet man offiziell davon, dass mit dem Betreuungsgeld nur Frauen angesprochen werden. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wieviele Männer nehmen denn ihren Anspruch auf Elternzeit wahr? Gleichberechtigung hin oder her (die im Berufsleben eh arg zu wünschen übrig lässt), dass der Vater zuhause bleibt und die Mutter sofort wieder arbeiten geht, ist die Ausnahme.

Ich frage mich echt, in welcher Realität der Großteil unserer Politiker eigentlich lebt. Mit meiner hat sie recht wenig zu tun. Oder seh ich das alles  falsch?


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