Donnerstag, 22. März 2012

Wie eine Gesellschaft es schafft, Angst zu verbreiten...

"Drüben" auf Nicoles Blog uNBbelieVable paiN hab ich heute etwas gelesen, was mich nun beschäftigt, weshalb ich das in meinem Blog aufgreife. Dort heißt es, dass die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) es nun auf uns Blogger abgesehen hat. Wer Musikvideos einbettet oder auch verlinkt, läuft Gefahr, demnächst GEMA-Gebühren zahlen zu dürfen. 

Diese News verbreitet sich grad in der Bloggerwelt und hat zur Folge, dass einige Blogger hingehen und sämtliche Videos aus ihren Blogs löschen. Auslöser für diese Nachricht war wohl ein Bericht, der kürzlich innerhalb der Sendung Galileo auf Pro7 lief. Da gibt es einen Part, in dem ein Herr von der GEMA sagt, dass auch private Seiten, die Musik abspielen zur Kasse gebeten werden können, aktuell mit 25 Euro pro Jahr. Denn auch das Abspielen von Hintergrundmusik ist öffentliche Wiedergabe/Vorführung. Den ganzen Bericht kann man sich hier zu Gemüte führen.

Verständliche Verunsicherung macht sich nun in Bloggerhausen breit, denn man befürchtet, dass das auch für eingebettete Videos (Youtube und Co) gilt. Dass das wirklich so ist, lässt sich (noch) nirgends im Netz finden und bestätigen, zumindest habe ich nichts Eindeutiges gefunden. In diversen Foren, auch in Rechtsforen, wird nun geraten, vorsichtshalber eingebettete Musikvideos zu entfernen, sicher ist sicher. Und sicher heißt sicher sein vor (über)eifrigen GEMA-Kontrolleuren und sicher vor Abmahnanwälten. 

Ich persönlich habe so meine Zweifel an der Sache und befürchte, da wird Panik verbreitet, ohne dass irgendjemand weiß, ob das wirklich so ist. Nochmal, ich kann das durchaus verstehen, denn ja, ich traue der GEMA das zu und die brasilianische Version der GEMA, die ECAD versucht's auch schon (Qellen hier und hier).  Da Youtube sich ja stellenweise immer noch weigert, nach der Pfeife unserer GEMA zu tanzen und diese deshalb nicht soviel Geld scheffeln kann, wie sie's gern hätte und  wie ihr ihrer Meinung nach zusteht, kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie bei dieser Idee Dollarzeichen in den Augen hat.

Aber ist es nicht unendlich traurig, dass wir uns derart einschüchtern lassen? Dass manche, und gar nicht mal so wenige, das Bloggen komplett aufgeben, weil sie Angst haben, wegen irgendeiner Kleinigkeit plötzlich unerfreuliche Post oder gar Besuch von der GEMA oder vom Abmahnanwalt zu bekommen? So schafft man es auch, die Stimme(n) des Volkes zu unterdrücken. Da kommt schon der Verdacht auf, dass das alles Kalkül ist und dass dahinter nicht nur die GEMA steckt.

Die Lobbyisten haben in unserem Land, und nicht nur in dem, einfach zuviel Macht. Macht, die sie nicht zuletzt von unseren Politikern bekommen haben. Die, die eigentlich im Namen und zum Wohle des Volkes handeln sollten, aber tatsächlich den Lobbyisten und der Wirtschaft in den Arsch kriechen. Das kann und darf nicht sein, ist aber so. Ich könnte kotzen!

Kommentare:

  1. Das ist mit ein Grund, warum ich mit meiner Arbeit Deutschland verlassen habe - zuviele Fallen. Hier eine offizielle Bandseite laufen zu lassen ist, auch wenn man das Label im Rücken hat, kaum möglich. Schon vor Jahren gab es wegen diversen Verknüpfungen und dem Einbetten von Videos ständig Ärger!

    Ich kann verstehen, dass viele die Videos lieber runternehmen - lieber keine Videos mehr als Post vom Anwalt.

    Irgendwo hatte ich auch gelesen, dass die Gema jetzt gegen die Clouds vorgehen will. Die schaffen es noch, uns internettechnisch ins Mittelalter zu beamen.

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    1. Post vom GemaAnwalt, sollte das heissen. Sorry.

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    2. Ich kann's auch verstehen. Was ich nicht verstehen kann ist, dass GEMA, Musikindustrie und Co es immer noch nicht raffen, dass Blogger damit kostenlose Werbung für Musik machen. Dank der Möglichkeit MP3s zu kaufen, wächst meine Musiksammlung ständig und mehr, als zu Zeiten, wo es nur die Wahl gab, ganze Alben zu oft überhöhten Preisen zu kaufen, von denen mir vielleicht ein oder zwei Lieder gefielen. Und einige Sachen habe ich über Youtube gefunden oder auch über andere Blogger. Eigentlich müssten WIR für's Einbinden Geld von der GEMA bekommen, weil wir dafür sorgen, dass die mehr Umsätze gemacht werden. ;)

      Ich wundere mich ja echt, dass Spotify hier in D ganz offiziell an den Start ging. Ich hab früher mal Grooveshark benutzt, die waren ja dann plötzlich nicht mehr aus D zu erreichen wegen der GEMA.

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    3. Musikindustrie und Co haben ja ebenfalls ein "Problem" mit der Gema. Labels z.B. zahlen Gema-Beiträge und dafür noch horrende Gebühren (teilweise pro MP3), damit sie ihre Songs auf den Bandseiten einbetten / zum Download anbieten dürfen. Videos, die neue Songs/Alben bewerben sollen, werden auf YouTube oft auch für die Labels gesperrt. Labels und Bands sehen es ja fast immer gerne, wenn sie kostenlose Promotion bekommen. Ich poste später mal eine Mail eines Labels zu dem Thema...

      Das mit Spotify hat mich auch gewundert - vielleicht ist bald wieder Schluss damit. Auch wundert mich ein Werbespot in Spotify, wo der Premium-Account beworben wird, mit dem man Spotify auf dem Handy nutzen kann und man damit, "falls der Party die richtige Musik fehlt, die Party in Schwung bringen kann". Da freut sich doch alles mit G. ;)

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  2. ich schliesse mich an, wo kann ich unterschreiben.
    Ich verlinke solange Videos, solange ich nicht von der zu verlinkenden Seite darauf hingewiesen, dass Gebühren fällig werden.
    Erinnert ihr euch noch an den Terz als Kindergärten wegen Kopien von Martinsliedern zur Kasse gebeten werden sollten....auch so ein Ding.

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