Mittwoch, 5. Oktober 2011

Unsortiert: unglaubliche Geschwindigkeiten, unmoralische Angebote, unsympathische Protagonistin

  • Bald kommt unser neues Auto, ein Mini Clubman. Bis dato habe ich keinen Führerschein, aber weil der Mini sowas wie mein Traumauto ist, ist geplant, dass ich den endlich mal mache. Schatz überlegt jedoch grad, ob das so eine gute Idee ist. Grund: Zum Geburtstag habe ich von ihm das Acer Iconia Tablet bekommen und darauf ist Need for Speed Shift installiert. Eigentlich haben mich bisher Autorennspiele nie gereizt, aber NFS hat es mir angetan. Und auf der Rennstrecke bin ich eine echte Sau - ich sag nur "Dirty Overtake". Schatz hat nun ein wenig Angst um den Mini. ^^ 

  • Manche Männer, besonders, wenn sie jünger sind, scheinen zu glauben, dass Frauen um die/ab 40 nicht mehr wählerisch sein dürfen und dankbar für jedes Angebot sind. Und nach einem +/- 20 Jahre jüngeren Mann MÜSSEN wir uns doch alle zehn Finger lecken. Jungs, mal ganz unter uns, wie kommt ihr auf die Idee, dass euer jeweiliges Angebot ein Einzelfall ist? Und wenn ihr schon mit dem "Argument" (*hust*) kommt, wir älteren Frauen dürften nicht mehr wählerisch sein, schon mal darüber nachgedacht, was das dann über euch aussagt? Naaa? Ist der Groschen gefallen? ;) 

  • Ich sollte es langsam wissen, wenn ein Buch Wochen auf der Spiegelbestsellerliste ist bzw. war und von aller Welt in den Himmel gelobt wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr sehr groß, dass ich es scheiße finde. Aktueller Fall: "Mieses Karma" von David Safier. Superwitzig und schräg soll es sein, vor lustigen Wortspielen und kuriosen Ideen geradezu überquellen. Ich frag mich, ob ich Montagabend das richtige Buch gelesen habe. Ich hab's in einem Rutsch durchgelesen. Für 288 Seiten brauche ich nicht lang. 

  • Kurzfassung: Kim Lange, Fernsehstar und Frau, der die Karriere wichtiger ist, als Mann und kleine Tochter stirbt, zugegeben, sehr kurios. Sie wird von Weltraumschrott erschlagen. Sie wird als Ameise wiedergeboren, weil ihr Karma so verdammt mies war, mit der Chance es in diesem Ameisenleben und in den nächsten als Meerschwein, Regenwurm, Hund etc. besser zu machen. Sie weiß in jeder Inkarnation, wer sie ist bzw. war.

    Klingt witzig, ist es aber nur am Anfang. Mich hat der flache Stil des Autors recht schnell genervt. Spätestens nach der Reinkarnation als Ameise im nächsten Leben als Meerschweinchen wird's in meinen Augen immer lächerlicher. Kim ist für mich auch mehr Antiheldin als Heldin, ich finde sie im Großen und Ganzen unsympathisch.

    Das extrem schmalzige Ende wirkt lustlos konstruiert, Happy End auf Teufel komm raus. Für mich passt es auch irgendwie nicht zum Rest der Geschichte. Es gab durchaus, zumindest in der ersten Hälfte des Buches ein paar Stellen, an denen ich gelacht habe, später habe ich mich nur gefragt, ob das David Safiers Ernst ist. Ein Highlight des Buches waren Casanovas Fußnoten, der begegnet Kim als ebenfalls wiedergeborene Ameise und begleitet sie durch einige Inkarnationen. Müsste ich dem Buch eine Note geben, wäre das wohl eine 4-. In Amazonsternen tendiere ich zu zwei von fünf möglichen Sternen.

    "Mieses Karma" habe ich mir Montag zusammen mit David Safiers "Plötzlich Shakespeare" geholt. Hier landet Rosa durch Hypnose in der Vergangenheit und im Körper Shakespeares, mit dem sie sich fortan den Körper teilt. Sie darf erst wieder zurück, wenn sie erkannt hat, was "die wahre Liebe" ist. Nach "Mieses Karma" habe ich keine besonderen Erwartungen an das Buch. Vielleicht überrascht es mich ja positiv.

    Ich bin dann mal lesen.

Kommentare:

  1. "Mieses Karma" fand ich so lala... Aber "Jesus liebt mich" ist der Knaller! Das hat mir seeeehr gut gefallen. Die anderen beiden von Safier müsste ich mal noch lesen *überleg*

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  2. @Schäfchen Mal sehen, wenn mir "Plötzlich Shakespeare" gefällt, versuch ich es vielleicht auch mal mit "Jesus liebt mich". Denke aber, das Buch werde ich mir dann gebraucht besorgen, dann ärgere ich mich nicht zu sehr, wenn ich es doch nicht mag.

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  3. PLötzlich Shakespeare habe ich vor einer Weile gelesen und mich ganz gut unterhalten gefühlt. Großen künstlerischen Anspruch brauchst du dort aber auch nicht erwarten. Ich fand die Idee aber schön und hübsch umgesetzt.

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  4. @Urmel hab "Plötzlich Shakespeare jetzt zur Hälfte durch und bisher gefällt es mir besser als "Mieses Karma". Großen künstlicheren Anspruch hab ich nicht erwartet, bei keinem von den beiden Büchern. Aber ein bisschen mehr Sprach- bzw. Wortwitz, besonders bei "Mieses Karma". Ich hab auch nix gegen eine einfache Sprache und etwas platteren Humor, aber wenn irgendwie kaum variiert wird und immer dieselben Ausdrücke verwendet werden, dann finde ich das schade.

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  5. Mir entlockt die deutsche Literaturszene ja nicht mal mehr ein müdes Gähnen. Problematisch finde ich vor allem, das Unterhaltung und "Anspruchsvolles" inzwischen so gekonnt getrennt wurden, dass "Anspruchsvolles" sterbenslangweilig und bierernst (somit unlesbar) daherkommt und "Unterhaltung" in Groschenromanen mitunter besser ist als in den "normalen" Romanen. Ich halte inzwischen an die Jugendliteratur, da finden sich noch ein paar gute Storylines mit Witz aber auch Tiefgang und liebenswerten Figuren. Ansonsten lese ich sowieso viel auf Englisch (was aber natürlich auch nicht unbedingt besser ist) und inzwischen auch mal auf Japanisch (wobei japanische Storylines für uns Westler manchmal wirklich total enttäuschend sind). Eins der besten Bücher der letzten Jahre war für übrigens "Die Bücherdiebin", die ich aus Versehen auf Deutsch gelesen habe und wo ich das Deutsch auch unglaublich gut fand (die Übersetzung war echt top!) und gar nicht glauben wollte, dass das Original auf Englisch ist. Eine tiefgründige und fesselnde Geschichte - finde ich.
    LG!

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  6. @Chisa Ich sehe das ähnlich wie du. Ich lese am liebsten Fantasy und SciFi, wie mein Schatz übrigens auch und da gibt es auf dem deutschen Markt wenig Gutes. Der Großteil unserer Bibliothek ist auf Englisch. Und ich würde schätzen, dass der Anteil der Bücher, die ich auf Englisch lese 90% beträgt. Dazu kommt, dass englischsprachge Bücher meistens billiger sind, als deutschsprachige, selbst wenn man sie in Deutschland kauft. Und vieles erscheint direkt als Taschenbuch und man muss nicht erst Monate warten, weil einem das Hardcover zu teuer ist.

    Wir haben übrigens auch einiges an englischsprachiger Literatur hier, die eigentlich für Teens gedacht ist. Rachel Caine und ihre Morganville Vampires-Serie zum Beispiel ist toll. :)

    Unterhaltung, Anspruch und Fantasy kombiniert übrigens Walter Moers mit seinen Zamonienromanen auf geniale Weise. Mein Einstieg war "Die Stadt der träumenden Bücher" und direkt danach "Rumo und die Wunder im Dunkeln".

    "Die Bücherdiebin" werde ich mir mal anschauen. Danke. :)

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Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

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