Dienstag, 26. Juli 2011

Neues zum Thema Google+ und Pseudonyme

Wie ich ja in einem älteren Blogeintrag schrieb, hätte Google gerne, dass man (s)einen richtigen Namen angibt. Das ist so in den Nutzungsbedingungen festgehalten. Google+-Accounts, die offensichtliche Pseudonyme verwendeten, sind auch schon gelöscht worden. Allerdings nicht nur das. Einigen Nutzern wurde in diesem Zusammenhang auch der Zugang zu anderen Google-Diensten gesperrt. Und das würde mich als Betroffene gelinde gesagt ankotzen und extrem sauer machen. Nun kann man sicher argumentieren, dass das ja so in den Nutzungsbedingungen stand und man selber Schuld ist. Aber ich finde dieses Vorgehen doch arg bedenklich. Hier zeigt sich der Nachteil, wenn so viele Dienste über einen Dienstleister laufen.

Vic Gundotra, Senior Vice-President of Social für Google, äußerte sich nun Pseudonyme betreffend. Er ist der Meinung, dass es positive Auswirkungen hat, kein Pseudonym zu benutzen. Er vergleicht das mit einem Restaurant, das sich weigert, Gäste, die kein Hemd tragen, also einen nackten Oberkörper haben, bei sich speisen zu lassen. Ich persönlich finde ja, der Vergleich hinkt ein wenig, aber gut...

Jetzt komme ich aber zu der obigen Schreibweise "hätte Google gerne, dass man (s)einen richtigen Namen angibt", die ich sehr bewusst so gewählt habe. Anscheinend rudert man bei Google nämlich etwas zurück. Laut Gundotra geht es nicht darum, dass man seinen realen Namen benutzen soll, sondern darum normale Namen zu wählen und es geht darum, Leute von Google+ zu entfernen, die ihren Namen auf merkwürdige Arten schreiben, in dem sie zum Beispiel auf dem Kopf stehende Buchstaben benutzen oder offensichtliche falsche Namen wie "Gott" oder Schlimmeres.

Okay, das klingt alles schon etwas versöhnlicher. Wobei ich mich frage, wo genau der Unterschied ist, ob ich mich nun Gerlinde Geiermann nenne oder uuɐɯɹǝıǝƃ ǝpuılɹǝƃ. Abgesehen von der Lesbarkeit natürlich. Beides ist ein Pseudonym. Und was ist so schlimm daran, wenn ich mich Allmächtiger Übergott oder Satan Sackgesicht nenne? Weil sich jemand durch soetwas verletzt oder angegriffen fühlen würde? Wo zieht man die Grenze, was "schlimm" bzw. unangebracht ist? Man kann's mit der Political Correctness auch sehr schnell übertreiben. Oder glaubt Google, dass eine solche Vorgehensweise den Missbrauch von Google+ verhindern kann? Unsinn, Bösartigkeiten und Hetze kann ich auch unter dem Namen Hiltrud Heiligenschein verbreiten.  Ob man nun einen "normalen" Namen oder ein eindeutiges Pseudonym benutzt, es wird wenig Einfluss auf das Benehmen haben, wer sich daneben benehmen will wird das tun. 

Und nur mal so am Rande, ich hab mir schon Leute aufgrund eines sehr auffälligen Pseudonyms näher angesehen und es haben sich äußerst interessante Gespräche und Kontakte entwickelt.

Quellen:  
https://plus.google.com/111091089527727420853/posts/Fddn6rV8mBX (kann man auch ohne Google+-Account lesen)

Kommentare:

  1. Ich habe mich von Anfang an gefragt, ob Google wirklich darüber nachgedacht hat. Denn wenn Google daran interessiert ist auch Firmen und Stars zu G+ zu holen, werden sie zurückrudern müssen - bis zum Anfang. Keiner sucht Lady Gaga unter "Stefani Germanotta" ^^

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  2. Absolut bescheuert und ein Grund, warum ich diesen Dienst nicht nutzen werde,

    LG Shoushou

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Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

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