Donnerstag, 14. Juli 2011

Dicker fetter Minuspunkt für Google+

Wie es aussieht, will Google uns zwingen bei Google+ unseren realen Namen zu verwenden. Accounts mit Pseudonymen laufen Gefahr rausgeschmissen zu werden und es ist auch schon so durchgezogen worden. Google sagt dazu, dass es ja in den Google+-Profilen die Möglichkeit gäbe, in einem gesonderten, extra dafür vorgesehenem Feld ein Pseudonym einzutragen: "we are generally working with people to change their profile to include their real name, and then use their ‘avatar-based name’ in the field that asks for other names.” Mehr dazu hier http://www.geeksaresexy.net/2011/07/13/google-cracks-down-on-pseudonyms-kills-one-reason-it-was-better-than-facebook/

Das große Problem bei Google+ ist zudem auch die Verknüpfung mit den anderen Diensten. Gebe ich bei Google+ meinen echten Namen an, dann taucht dieser auch bei allen anderen Diensten auf und ist ggf. im Netz auffindbar.

Nun wird sich der ein oder andere sicher fragen, was denn so schlimm daran sei, seinen echten Namen anzugeben. Vielleicht mag das nicht schlimm sein, aber ich mag es nicht, dass man mir nicht die Wahl lässt. Ja, ich weiß, auch Facebook verlangt bei der Anmeldung, dass man seinen realen Namen angibt. Daran halten tun sich viele inklusive mir nicht (zumindest ist der dort angegebene Nachname nicht mein echter). 

Ja, wenn alle das so handhaben würden, hätte ich vielleicht nun keinen Kontakt zu dem ein oder anderen, den ich durch eben die Suche nach dem Namen (wieder)gefunden habe. Ich freue mich über diese Kontakte, aber es wäre auch kein Drama, wenn ich diesen Menschen nie wieder begegnet wäre. Es ist noch gar nicht so lange her, da gab's kein Facebook, kein Stayfriends und trotzdem hat man es irgendwie geschafft, in Kontakt zu bleiben, wenn man wirklich wollte.

Nein, ich habe nicht wirklich etwas zu verbergen, aber ich persönlich möchte, dass so wenig Informationen wie möglich über mich im Netz gefunden werden, wenn man meinen Namen angibt. Ganz kann ich das nicht vermeiden, aber damit kann ich leben. Mein Profil bei Stayfriends habe ich aus diesem Grunde gelöscht. Ich will nicht, dass man mich in irgendwelchen Netzwerken über meinen echten Namen findet und so evt. an Informationen kommt, die nicht für jedermann bestimmt sind. Ich will soweit wie möglich selber steuern, wer wo welche Informationen über mich bekommt. Ein Pseudonym hilft mir dabei. Es schützt auch vor Identitätendiebstahl. Wer allzu leichtfertig mit seinen Daten umgeht, riskiert, dass diese in die falschen Hände geraten und missbraucht werden. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele Menschen ihre kompletten realen Adressen, Telefon- und Handynummern öffentlich ins Netz stellen. Wir alle sollten inzwischen wissen, einmal im Netz bedeutet oft genug immer im Netz. Vermeintlich gelöschte Informationen können trotzdem noch im Netz auftauchen, da es Dienste gibt, die alte Versionen von Internetseiten speichern und abrufbar machen, wie zum Beispiel Wayback Machine oder Google Cache.

Und warum macht Google das? Warum will man, dass der reale Name angegeben wird? Weil es wertvolle Daten sind, die sich gut verkaufen lassen. Wenn Google nicht davon ausgehen würde, dass mit Google+ Geld verdient werden kann, dann würde es das nicht geben. Ist ja auch in Ordnung. Aber es ist etwas, was uns bewusst sein sollte, wenn wir dieses und andere Netzwerke benutzen.

Kommentare:

  1. Ich habe heute auch eine Einladung zu Google+ erhalten - und bin absolut nicht interessiert. Dein Bericht hier bekräftigt mich darin. Ich versuche selbst, meine Spuren der Vergangenheit aus dem Netz zu löschen, so weit wie möglich, aber es ist doch recht mühselig und 100% auch wohl eher nicht möglich. Noch ein Netzwerk mehr mit noch persönlicheren Daten und noch mehr Vernetzung muss da nun wirklich nicht sein.
    Außerdem dürfte es eh schwierig für Google werden, Facebook alle Kunden abzuwerben. An besseren Datenschutz bei Google glaube ich nicht wirklich.

    AntwortenLöschen
  2. also ich bin bei G+ als auch bei FB, auch mit meinem korrektem Namen, allerdings ohne Adresse bzw. Telefon-Nr.
    unabhängig davon, können Werbefirmen immer irgendwie an verkaufsrelevanten Daten kommen, auch ohne Social-Networks wie G+ oder FB
    es ist schon vorgekommen, das Einwohnermeldeämter und KFZ-Zulassungsstellen, Daten veräussert haben...
    von den Telefongesellschaften mal ganz zu schweigen, 100% Datenschutz gibt es nicht mehr in unserem Zeitalter..!

    Nur Eins..! Google+ macht viel mehr für den Datenschutz, als jedes andere Social-Network und man kann auch viel einfacher, seinen Datenfluss beeinflussen als z.B. bei Facebook...!

    und auch noch aus einigen relevanten Gründen, bin ich ganz klar PRO Google+ !!!
    LG aus Málaga

    AntwortenLöschen
  3. @Stefan Dass Firmen ihre Wege haben, an Daten zu kommen, ist mir sehr wohl klar und auch, dass es keinen 100%igen Schutz gibt. Aber man muss es ihnen nicht noch einfacher machen, in dem man mehr persönliche Informationen als nötig preisgibt. Schon gar nicht will ich mir vorschreiben lassen, wo ich welche Daten anzugeben habe.

    Google macht viel mehr für den Datenschutz als andere Netzwerke? Glaube ich persönlicht nicht.

    Ganz interessant dazu unter anderem dieser Artikel hier: http://www.datenschutzbeauftragter-online.de/google-und-datenschutz/

    Es mag bei Facebook etwas komplizierter einzustellen sein, aber die Möglichkeiten seine Privatsphäre zu schützen und zu steuern, wer was zu sehen bekommt sind enorm vielfältig. Man muss sich eben ein bisschen Zeit nehmen, um sich damit auseinander zu setzen.

    Und um das allgemein nochmal deutlich zu machen: Mir liegt es fern Google zu verdammen. Ich bin weder anti Google+ noch bin ich pro Facebook. Ich möchte ganz generell nur ein bisschen sensibilisieren. Ich persönlich sehe nicht, dass Google+ in irgendeiner Weise besser im Sinne von sicherer oder vetrauenerweckender als Facebook ist.

    AntwortenLöschen

Redet mit aber benehmt euch - auch "zwischen den Zeilen!" ;) Wer das partout nicht kann, wird ggf. des Reiches verwiesen. Grundsätzlich sind hier alle Besucher willkommen - aber: Mein Reich, meine Regeln. Da kommt es auch schon mal (wenn auch sehr selten) vor, dass ich jemandem das Aufenthaltsrecht entziehe. Man kann das hier mit (m)einem virtuellen Wohnzimmer vergleichen, in dem ich das Hausrecht habe.

Dieser Blog ist keine kostenlose Werbefläche. Wer was verkaufen will, sucht sich bitte eine andere Plattform.

Kommentare unter älteren Blogeinträgen erscheinen erst nach Freischaltung von mir.