Dienstag, 31. Mai 2011

Schuld an EHEC sind wir, die Konsumenten

So lässt sich dieser interessante Artikel zusammenfassen. Statt uns mit saisonal regional verfügbarem Obst und Gemüse zufrieden zu geben, wollen wir das ganze Jahr über unsere Tomaten, unseren Salat, Äpfel, Gurken und Co kaufen können. Die Nachfrage ist so groß, dass einem Produzenten eigentlich nichts anderes übrig bleibt, als künstlich nachzuhelfen, damit genug wächst, was verkauft werden kann. Die Mittel der Wahl sind fast immer Chemie; es sind Pflanzenschutzmittel, chemischer Dünger. So ganz ohne sind viele dieser Mittel nicht, was ja nun nichts Neues ist.

EHEC ist eine Mutation des Bakteriums Escherichia coli, kurz E. coli, dieses Bakterium lebt im menschlichen und tierischen Darm. Schon im Säuglingsdarm findet man E. coli. Es ist wichtig für die Verdauung und gehört in eine gesunde Darmflora. EHEC gehört es natürlich nicht. EHEC ist nicht neu und auch EHEC-Infektionen sind nicht neu, aber seit Jahren steigt die Anzahl der Infektionen, seit 1998 sind diese meldepflichtig. Der Artikel sieht Pflanzenschutzmittel als eine mögliche Ursache für die Entstehung der Mutation. Da das nicht das erste Mal wäre, das genau das durch Anwendung von Pestiziden, Herbiziden und Fungiziden passiert, sondern unerwünschte genetische Veränderung und Resistenzen schon öfters passiert sind, ist das alles andere als unwahrscheinlich.

Würden wir uns also mit dem zufrieden geben was wir landwirtschaftlich vor der Haustür haben und würden wir auf Chemie verzichten, hätten wir dieses Problem vielleicht nicht. Doch das würde bedeuten, dass wir drastisch umdenken müssten, was unseren Konsum und unsere Ernährung angeht und dazu werden die wenigsten bereit und in der Lage sein.

Ich zumindest denke aufgrund der aktuellen Ereignisse mal wieder vermehrt über eine "Biokiste" nach. Es gibt bei uns Biobauern, die sich zusammengetan haben und die ihre Kunden wöchentlich mit saisonalem Obst und Gemüse, sowie Milch, Brot, Käse, Eiern, Fleisch und noch so einigem anderen beliefern. Gesünder und umweltfreundlicher wäre das allemal und dazu würde man noch die Bauern unterstützen. Ich hätte allerdings so meine Probleme mit dem Wintergemüse, denn das ist meistens Kohl und ich bin absolut kein Kohlfreund. Grünkohl und Rotkohl in Maßen sind noch okay, aber mit Wirsing, Blumenkohl und Rosenkohl kann man mich jagen. Alles gar nicht so einfach... ;)




Kommentare:

  1. Biokisten-Anbieter haben wir hier auch, mit Frei-Haus-Lieferung an die Wohnungstür. Ich weiß, dass das Gemüse um Längen besser schmeckt, als das schnittfeste Wssser aus dem Supermarkt. Aber gleich das dreifache dafür ausgeben... kann ich mir einfach nicht leisten.
    Von der momentanen Panikmache lass ich mich aber auch nicht anstecken. Ich hab weiterhin Rind, Huhn und Schwein gegessen, als davon abgeraten wurde, jetzt esse ich Gurken und Tomaten, so wie immer. Wenns mich erwischen soll, tuts das eh. Auch ohne Vorwarnung.

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  2. Nee, von der Panikmache lasse ich mich auch nicht anstecken, aber die ganze Geschichte hat bewirkt, dass ich mich mit dem Thema Massenproduktion(mal wieder) auseinandergesetzt habe.

    Tja und das Thema Preis. Ist es nicht traurig, dass ein Biobauer nicht so produzieren kann, dass sich das jeder leisten kann bzw. ist es nicht traurig, dass sich gesund und umweltbewusst zu ernähren auch eine Geldfrage ist?

    Abgesehen davon ist es auf der anderen Seite nicht immer so, dass Bio (viel) teurer ist. Man verwertet die Sachen anders. Man kocht anders. Man muss sich aber eben auch ziemlich umstellen und mehr planen und auf Vorrat kochen. Es ist vielleicht auch (zeit)aufwändiger.

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  3. Also ein paar Alternativen außer Kohl gibt es schon noch. Da wären Schwarzwurzeln, Pastinaken, Steckrüben, Lauch oder Topinambur. Auch aus Sellerie kann man sehr schöne Sachen machen, zum Beispiel in Ei gewälzte und panierte Sellerieschnitzel, sehr lecker.

    Bio-Kiste? Ich bin absolut dafür. Mach es! :)

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  4. Massenproduktion und ein mal um die ganze Welt, bevor was auf dem Teller landet.... dagegen versuche ich auch ganz im Kleinen anzugehen.

    Bio-Kisten-Fan bin ich auch. Gezwungenermassen kocht man flexibler.

    Und Sellerie-Schnitzel schmecken wirklich sehr lecker:-)

    Liebe Grüße,
    Pia

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  5. @Paul Klar, die gibt's auch, aber größtenteils gibt's eben Kohl oder Kohl zur Auswahl. Kohlrabi hab ich aber noch vergessen, den lieb ich, aber nur roh, gekocht finde ich den eklig. Mag auch keine gekochten Möhrchen.

    @Pia Ich denke, wenn sich jeder wenigstens ein bisschen umstellen würde, wäre das schon spürbar.

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