Samstag, 25. April 2009

Wenn Treue Spaß macht, dann ist es Liebe



"Wenn Treue Spaß macht, dann ist es Liebe." Das ist angeblich ein Zitat von Julie Andrews, allerdings konnte ich das englische Original bisher nirgends finden, aber ich habe auch nicht sämtliche Zitateseiten durchstöbert und letztendlich ist es ja auch nicht wirklich wichtig, von wem der Ausspruch stammt.

Mir gefällt der Satz. Vielen anderen offensichtlich auch, denn ich bin ihm schon in diversen Foren und Communities begegnet. Es gibt aber auch Menschen, die den Spruch saudoof oder sogar unlogisch finden. Ein beliebtes Kontra ist, dass das keine Liebe sei, sondern einfach nur Bequemlichkeit. Also wer treu ist, ist nur zu faul zum Fremdgehen? Naja, kann durchaus mal zutreffen, aber ob dann wirklich noch Spaß dabei ist? Wenn man nur aus Bequemlichkeit nicht fremd geht, aber im Grunde schon würde, wenn man denn den Arsch hoch bekäme, dann klingt das für mich nicht nach Spaß. Und nach Liebe erst recht nicht.

Aber ist es nun wirklich so, dass man, wenn man in einer Beziehung gerne treu ist, wenn einem Treusein leicht fällt (und in der Regel fallen Dinge, die einem Spaß machen ja leicht), dass man dann liebt? Ich sage ja. Es ist zumindest ein Aspekt von Liebe, der für mich dazu gehört, der Liebe ausmacht. Macht mir Treue Spaß? Eigentlich denke ich nicht darüber nach, ich bin's einfach. Es nicht zu sein käme mir gar nicht in den Sinn. Nicht aus moralischen Gründen, nicht weil mein Partner das vielleicht von mir erwartet, sondern weil ich nicht das geringste Bedürfnis in mir verspüre, untreu zu sein. Es ist kein Thema. So einfach ist das. Und im Grunde kann ich deshalb die Frage, ob mir Treue Spaß macht, mit "Ja" beantworten, denn mir macht meine Beziehung Spaß. Sollte ich irgendwann anfangen, das Thema von der moralischen Seite zu betrachten, dann wäre vielleicht der Zeitpunkt gekommen, mal darüber nachzudenken, ob ich noch liebe.

Vielleicht ist es auch der Ausdruck "Spaß machen", der einigen Probleme bereitet, er klingt ein wenig oberflächlich und er klingt, hm, irgendwie nach einem absehbaren Zeitraum, so quasi als sei vorprogrammiert, dass man irgendwann keinen Spaß mehr an der Sache hat. Was wäre, wenn man den Spruch abändert und sagt: "Wenn Treue glücklich macht, dann ist das Liebe"? Diese Variante ist nicht auf meinem Mist gewachsen, auch über die stolperte ich irgendwann mal im Netz. Aber ich finde sie eigentlich sehr schön. Ich bin glücklich, nicht weil ich treu bin, sondern weil ich nicht das Bedürfnis habe, untreu zu sein. Und das habe ich nicht, weil ich liebe (und übrigens auch weiß, dass ich geliebt werde). Wie man es dreht oder wendet, nicht aus Treue entsteht Liebe, sondern aus Liebe Treue.
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